Die Schwestern Makioka

Tanizaki Jun’ichirō · 1948 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Die Schwestern Makioka
Autor(en): Tanizaki Jun’ichirō
Originaltitel: 細雪
Originalsprache: japanisch
Erstveröffentlichung: 1948
Schlagwörter: Osaka, Familie, Heirat, Niedergang
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt


Umfang dieser Ausgabe: 624 Seiten
ISBN: 9783499223451
Verweise


Die Schwestern Makioka ist der 1943 bis 1948 erschienene Roman von Tanizaki Jun’ichirō, im Original Sasameyuki, feiner Schnee. Vier Schwestern einer Osakaer Kaufmannsfamilie leben den Niedergang des Hauses in Verlobungen, Krankheiten, Kirschblütenfahrten nach Kyoto, während der Krieg die Welt draußen umbaut. Die deutsche Übersetzung von Sachiko Yatsushiro und Gerhard Linzer erschien bei Rowohlt. Tanizaki, der in Das Lob des Schattens das elektrische Licht als Zerstörung gelesen hat, erzählt hier das Kansai als langsames Ende einer Form, nicht als Idyll.

Inhalt

Tsuruko, die älteste, führt mit dem Schwager das Haupthaus in Osaka, streng, standesbewusst. Sachiko in Ashiya ist die mittlere Wärme, vermittelnd, kinderlos, anhänglich. Yukiko, die schöne Dritte, sitzt über den besten Jahren, weil jede Partie scheitert: zu stolz, zu schüchtern, zu sehr Makioka. Taeko, die Jüngste, tanzt, näht, liebt Männer unter ihrem Stand, wird schwanger, verliert, versucht ein Leben, das die Familie als Schande liest. Der Roman ist die Serie der Heiratsversuche Yukikos und der Skandale Taekos, in einer Genauigkeit des Alltags, die westliche Leser oft für Handlungslosigkeit halten.

Die Kirschblüte in Kyoto kehrt als Maß des Jahres wieder. Hochwasser, eine Gehörkrise, deutsche und weiße Verehrer, die Photographie, die künftige Schwägerin, die nicht passt: Tanizaki zählt die Dinge, aus denen eine Klasse besteht, bevor sie nicht mehr besteht. Der Krieg ist da, als Mangel, als Verdunkelung, als Bräutigam im Dienst, nicht als Schlachtschilderung. Die Schwestern merken später als der Leser, dass die Welt, in der eine Makioka sich verheiraten lässt, schon vorbei ist. Yukikos endliche Ehe kommt wie ein Nachsatz.

Taeko wird nicht gerettet. Sachiko bleibt die Zeugin. Das Haus in Osaka hält die Form, während die Substanz weicht. Tanizaki hat den Familienroman europäischer Länge nach Kansai geholt und ihm die japanische Zeit gegeben: Jahreszeiten, Briefe, Krankheiten, der Ruf des Namens. Wer nur Yukikos Keuschheit sucht, unterschlägt Taeko. Wer nur den Niedergang als Nostalgie liest, unterschlägt, wie kalt das Haus die Jüngste straft. Der feine Schnee des Titels fällt auf etwas, das schon nicht mehr da ist.

Einordnung

Gegen die Maske Mishimas und das Herz Sōsekis steht Tanizaki als der Erzähler der Schwestern, des Stoffs, des Lichts im Haus. Die Schwestern Makioka ist sein zugänglichstes Großwerk und sein konservativstes, ohne dass es die Moderne leugnet: Der Krieg und Taeko sind da. Wer ihn nur aus Das Lob des Schattens kennt, trifft hier die Prosa, die das Essay behauptet. Wer nach Tanizaki über Osaka, Heirat und den Krieg im Inneren des Hauses spricht, spricht hinter den vier Frauen. Der deutsche Titel sagt Schwestern, nicht Brüder; das Haus stirbt in der weiblichen Linie, die es halten sollte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.