Das Lob des Schattens

Tanizaki Jun’ichirō · 1933 · Sachbuch, Kulturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Das Lob des Schattens
Autor(en): Tanizaki Jun’ichirō
Originaltitel: 陰翳礼讃
Originalsprache: japanisch
Erstveröffentlichung: 1933
Schlagwörter: Schatten, Licht, Ästhetik, Toilette
Sachgebiete: Sachbuch, Kulturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag:
Umfang dieser Ausgabe: 96 Seiten
ISBN: 9783518373897
Verweise


Das Lob des Schattens (japanisch In’ei raisan) erschien 1933. Tanizaki liest das elektrische Licht als Zerstörung einer Ästhetik, die im Halbdunkel wohnte: Lack, Gold, die Toilette als Ort der Schatten, die Haut, die nicht unter Neon gilt. Das Buch hat der japanischen Moderne die kulturkritische Poetik gegeben, gegen Meiji-Helle und gegen den Westen, den Tanizaki zugleich begehrte.

Inhalt

Tanizaki schreibt einen Essay, der Architektur, Essen, das Nō, das Papier durchgeht und überall dasselbe findet: Der Glanz braucht Dunkel, die Moderne macht alles sichtbar und damit flach. Gegen Fukuzawas Öffnung setzt er die Behauptung, dass Öffnung das Auge verdirbt. Gegen Sōsekis Inneres setzt er das Haus. Gegen Kawabatas Schnee, der Schönheit als Tod erzählt, setzt er Schönheit als Schatten, der noch lebt. Das Jahr 1933 färbt: Dieselbe Kulturkritik konnte der Staat als Rückkehr zum Eigenen nehmen. Tanizaki meinte den Lack, nicht die Fahne.

Wer nur die Ästhetik sucht, hat die Toilette nicht gelesen, in der das Argument am genauesten ist. Wer nur die Reaktion sucht, unterschlägt, dass Tanizaki der modernste der Erotiker war. Mishima wird die Maske und den Tod wählen; Tanizaki wählt das Halbdunkel, in dem Begehren bleibt. Die Grenzen liegen in der Nostalgie, die Armut als Schatten adelt, und in der Nähe zu einer Politik, die Eigenes gegen Licht setzte. Das Buch bleibt schmal und hat Architekten und Feuilletons mehr geformt als Seminare der Soziologie.

Ōe wird nach 1945 die Schuld des Lichts schreiben, das die Bombe war; Tanizaki schrieb das Licht, das die Glühbirne war. Beide treffen die Moderne; es ist nicht dieselbe Katastrophe.

Einordnung

Tanizaki hat der japanischen Moderne das Lob des Schattens hinterlassen. Neben Sōseki, Kawabata und Maruyama steht dieser Band als die Behauptung, dass Sichtbarkeit Verlust ist. Die Wirkung reicht in die Architektur und in jede Rede von japanischer Ästhetik. Wer nach 1933 Schatten sagt und Lack meint, spricht Tanizaki. Das elektrische Licht hat gesiegt; das Buch hat den Verlust benennbar gemacht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.