Die Geburt der Biopolitik

Michel Foucault · 2004 · Sachbuch, Philosophie


Das Werk
Deutscher Titel: Die Geburt der Biopolitik
Autor(en): Michel Foucault
Originaltitel: Naissance de la biopolitique
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 2004
Schlagwörter: Gouvernementalität, Liberalismus, Markt, Biopolitik
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Erscheinungsort: Naissance de la biopolitique
Serie: stw
Umfang dieser Ausgabe: 517 Seiten
ISBN: 9783518294093
Verweise


Die Geburt der Biopolitik ist die 2004 in Paris veröffentlichte Vorlesung Michel Foucaults am Collège de France aus den Jahren 1978 und 1979. Die deutsche Suhrkamp-Ausgabe von 2006 erscheint als zweiter Band der Geschichte der Gouvernementalität. Sie fragt, wie der Liberalismus das Leben regiert, indem er den Markt zur Wahrheitsinstanz macht.

Inhalt

Biopolitik heißt in dieser Vorlesung nicht zuerst das Lager und nicht zuerst die Klinik. Sie heißt die Regierung der Bevölkerung über Interessen, Risiken, den Markt als Ort, an dem sich zeigt, was wahr ist. Foucault liest den deutschen Ordoliberalismus und den amerikanischen Neoliberalismus als Künste des Regierens, nicht als Ökonomie im engen Sinn. Der Staat soll nicht alles planen. Er soll Gesellschaften so einrichten, dass der Wettbewerb die Menschen führt. Freiheit erscheint darin als Produktionsbedingung, nicht als Grenze der Macht.

Die Vorlesung setzt die ältere Linie fort und biegt sie. Überwachen und Strafen hatte die Anstalt beschrieben, die Körper formt. Sexualität und Wahrheit das Leben, das gestanden werden soll. Hier wird geführt, ohne einzusperren: Anreize, Humankapital, der Einzelne als Unternehmer seiner selbst. Der Begriff Gouvernementalität – die Führung der Führungen – ist das Werkzeug. Macht verbietet nicht nur, sie richtet ein, sie macht wahr, sie lässt. Genau dieses Lassen ist die Härte. Wer nicht mitspielt, hat die Wahrheit des Marktes gegen sich, nicht nur das Gesetz.

Der Ton ist vorlesend, tastend, unfertig, oft brillant und oft sprunghaft. Foucault stirbt, bevor aus den Sitzungen ein Buch im strengen Sinn wird. Die Nachwelt hat daraus eine Theorie des Neoliberalismus gemacht, die schärfer und geschlossener klingt als die Sitzungen. Die Gegenposition liegt bei Marx, für den der Markt Ausbeutung ist, nicht Wahrheitsregime; und bei einer Liberalismustheorie, die den Markt als Schutz vor dem Staat nimmt. Foucault nimmt den Markt als Staatsvernunft. Das hat empört und fruchtbar gemacht.

Einordnung

Die deutsche Taschenbuchausgabe von 2006 hat den Seminaren um 2010 das Vokabular gegeben, mit dem sie Hartz-Reformen, Bologna und Coaching lasen, ohne nur Kulturkritik zu sein. Ulrich Bröckling hat die Selbstführung soziologisch weitergeschrieben; Giorgio Agamben hat aus derselben Foucault-Linie das nackte Leben gemacht, das diese Vorlesung gerade nicht in den Mittelpunkt stellt. Die Spannung gehört zur Wirkung. Im Essay zur Gouvernementalität steht der Band als die Schwelle, an der Foucault die Anstalt verlässt und den Markt betritt.

Ideen

Gouvernementalität (zentral)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.