Die Bakchen

Euripides · 405 v. Chr. · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Die Bakchen
Autor(en): Euripides
Originaltitel: Βάκχαι
Originalsprache: altgriechisch
Erstveröffentlichung: 405 v. Chr.
Schlagwörter: Dionysos, Rausch, Pentheus, Theben
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 78 Seiten
ISBN: 9783150009406
Verweise


Die Bakchen sind die nach dem Tod des Euripides 405 v. Chr. in Athen aufgeführte Tragödie. Dionysos kehrt nach Theben zurück, seiner Geburtsstadt, und findet keine Anerkennung. Das Stück ist das Alterswerk, in dem der Gott gewinnt und den König zerreißt.

Inhalt

Dionysos, Sohn des Zeus und der Semele, steht als fremder Priester vor Theben. Die Schwestern der Mutter haben die Geburt geleugnet; Pentheus, jung, neu auf dem Thron, will den Kult verbieten, die Frauen einsperren, den Rausch als Betrug behandeln. Der Chor der asiatischen Bakchen singt den Gott, der löst und der zerreißt. Der alte Kadmos und der Seher Teiresias legen Efeu an und gehen auf den Kithairon – nicht aus Begeisterung, aus Klugheit: Man ehrt, was stärker ist. Pentheus höhnt das Greisenpaar, lässt den Fremden fesseln, sieht ihn nicht als Gott. Die Fesseln fallen. Ein Bote berichtet vom Berg: Die Frauen nähren Tiere, schlagen Milch aus dem Felsen und reißen eine Herde auseinander, als man sie stört. Der Gott ist da, ob der König es glaubt oder nicht.

Dionysos verführt Pentheus nicht mit einer Schlacht, sondern mit dem Wunsch zu sehen. Der strenge Mann will die Frauen belauschen, zieht Frauenkleider an, setzt die Locke zurecht, fürchtet, schlecht zu stehen, und geht als Späher in den Kult, den er vernichten wollte. Der Chor weiß, wohin das führt. Auf dem Berg wird der Späher für ein Tier gehalten. Agaue, seine Mutter, reißt ihm den Arm aus; die anderen Frauen helfen. Der Kopf kommt als Trophäe in die Stadt. Agaue glaubt, einen Löwen erlegt zu haben, und prahlt vor Kadmos. Die Erkennung ist das Gegenteil von König Ödipus: nicht der Täter findet sich selbst, die Täterin findet den Sohn in den Händen.

Kadmos setzt die Glieder zusammen, soweit sie noch zu finden sind. Dionysos erscheint über dem Haus und spricht das Urteil: Verbannung, Verwandlung, kein Mitleid für die, die ihn nicht ehren wollten. Agaue wacht in das Entsetzen auf, das der Rausch verdeckt hat. Das Stück lässt den Gott nicht als Missverständnis stehen. Er ist schön, grausam, berechtigt in seiner Logik und unerträglich in seiner Strafe. Wer nur den Rausch feiert, unterschlägt den Kopf. Wer nur den Tyrannen Pentheus sieht, unterschlägt, dass der Gott die Mutter zur Mörderin macht und das als Lehre verkauft.

Einordnung

Euripides hat dem Gott, den Athen in den Dionysien ehrt, ein Stück geschrieben, das die Ehrung als Zerreißung zeigt. Die Bakchen sind darum kein Pamphlet gegen die Religion und kein Lob des Weins; sie sind die Probe, was geschieht, wenn eine Stadt den Gott verwaltet, statt ihn auszuhalten. Neben Medea steht das Stück als die zweite Kindestötung: dort die Mutter aus Rache, hier die Mutter aus Wahn, den der Gott schickt. Warten auf Godot lässt den, auf den man wartet, ausbleiben; hier kommt er und ist schlimmer als das Ausbleiben. Die moderne Bühne hat Dionysos oft zum Befreier gemacht. Der Text gibt ihm den Sieg und nimmt ihm die Güte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.