Der Wille zum Glauben
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Wille zum Glauben |
| Autor(en): | William James |
| Originaltitel: | The Will to Believe |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1896 |
| Schlagwörter: | Glaube, Wahl, Wahrheit, Hoffnung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 280 Seiten |
| ISBN: | 9783150097991 |
| Verweise | |
Der Wille zum Glauben (englisch The Will to Believe) ist der religionsphilosophische Vortrag von William James, den er in Yale und an der Brown University hielt, 1896 in der Zeitschrift New World veröffentlichte und 1897 dem Sammelband The Will to Believe and Other Essays in Popular Philosophy voranstellte. James will den Glauben an Gott pragmatistisch rechtfertigen und setzt sich mit der Wette Blaise Pascals auseinander. Die deutsche Aufnahme des Textes in Reclams Auswahl zur Philosophie des Pragmatismus hat den Vortrag im Unterricht festgesetzt.
Inhalt
James schreibt gegen zwei Haltungen: gegen den religiösen Glauben aus bloßem Rechenvorteil und gegen den wissenschaftlichen Grundsatz, in Glaubensfragen so lange unentschieden zu bleiben, bis zwingende Belege vorliegen. Er unterscheidet lebendige und tote Annahmen: lebendig ist nur, was jemand ernsthaft in Betracht ziehen könnte. Die Entscheidung zwischen zwei Annahmen nennt er eine Wahl. Wahlen sind lebendig oder tot, zwingend oder vermeidbar, bedeutsam oder geringfügig. Eine echte Wahl ist lebendig, zwingend und bedeutsam. Die Wahl zwischen Gottesglauben und Agnostizismus sei, wo sie lebendig ist, zwingend und bedeutsam, weil sie Gefühl und Handeln sittlich trifft und nicht aufgeschoben werden kann.
An Pascals Wette entfaltet sich die Gegenposition. Pascal rechnet vor, der Glaube biete die besseren Gewinnaussichten. James bezweifelt, dass sich aus dieser Rechnung ein ernsthafter Glaube erzeugen lässt: ohne vorherige Neigung bleibt die Annahme tot. Wären wir die Gottheit, würden wir solchen Gläubigen die Belohnung versagen. Dieselbe Logik ließe sich auf den Mahdi anwenden; für James’ Hörer ist das eine tote Annahme. Pascals Wette sei kraftlos und, weil sie das wissenschaftliche Denken gefährde, widerwärtig. Gleichwohl zeige sie, dass die Wahl zwingend ist. Alle echten Wahlen, die der Verstand nicht entscheiden kann, dürfen und müssen aus der leidenschaftlichen Natur getroffen werden. Auch das Offenlassen ist dann eine Entscheidung des Gemüts.
Unsicher wird der Vortrag, wo Hoffnung gegen Irrtumsfurcht ausgespielt wird und die religiöse Annahme als echtes Gut auftritt, das der Unglaube verspielt. James kennt zwei Pflichten: Wahrheit zu treffen und Irrtum zu vermeiden. In der Wissenschaft gebührt der Irrtumsfurcht oft der Vorrang; deren Entscheidungen seien meist weder zwingend noch bedeutsam. Sittliche und soziale Wahlen müssen oft ohne Beweis fallen; der Glaube, jemand möge uns, kann diesen Satz wahr machen. Die religiöse Annahme lautet, Vollkommenheit sei etwas Ewiges und wir seien besser beraten, das zu glauben. Der Skeptizismus räumt der Fehlervermeidung den Vorrang ein und lehnt die Religion mangels Beleg ab. James hält eine Regel für unvernünftig, die vom Finden einer ganzen Klasse von Wahrheiten abhielte. Das Schlusszitat Fitz James Stephens – auf dem Gebirgspass im Schnee vorangehen, das Beste tun und hoffen – gibt der Argumentation den Ton der Entschlossenheit und lässt offen, ob der Pass einen richtigen Weg hat.
Einordnung
Der Vortrag gehört zum amerikanischen Pragmatismus neben Charles Sanders Peirce und John Dewey und steht neben James’ Die Vielfalt religiöser Erfahrung, wo derselbe Autor die Mannigfaltigkeit der Frömmigkeit beschreibt statt sie zu rechtfertigen. John Leslie Mackie hat die Argumentation in der Analytischen Religionsphilosophie als unzureichend geprüft: aus dem Recht, zu hoffen, folge nicht die Wahrheit des Gehofften.
Gegen den wissenschaftlichen Agnostizismus des späten 19. Jahrhunderts formuliert James eine Erlaubnis zum Glauben, die nur lebendige Annahmen trifft und tote nicht erwecken kann. Wer über Rechtfertigung des Glaubens, über Pascals Wette und über die Grenze der Belegpflicht spricht, hat hier den klassischen englischsprachigen Text der Hoffnung gegen die Angst, falsch zu liegen. Die Reclam-Ausgabe hat ihn in den Zusammenhang der pragmatistischen Wahrheitslehre gestellt, aus dem er stammt und über den er ins Religiöse hinausgreift.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
