Der Vulkan

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Vulkan
Autor(en): Klaus Mann
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Rowohlt
Serie:
Erscheinungsjahr: 1939
Seitenanzahl: 572 Seiten
Originaltitel: Der Vulkan. Roman unter Emigranten
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3499225913
ISBN-13/

EAN-Code:

9783499225918
Schlagwörter: Exil, Emigration, Paris, Hoffnung
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Der Vulkan. Roman unter Emigranten ist das Buch von Klaus Mann, 1939 im Amsterdamer Querido-Verlag erschienen, wenige Wochen vor Kriegsbeginn. Deutsche, die 1933 vertrieben wurden, leben in Paris, Amsterdam, Zürich, Prag und New York: Kommunisten, Künstler, Bürger, Juden, ein Geflecht aus Cafés, Affären, Debatten und Todesarten. Mann, selbst Emigrant, Sohn Thomas Manns, hielt den Band für sein bestes Werk. Neben Anna Seghers' Transit gilt er als einer der großen Exilromane. Der Titel meint keine Landschaft: Die Zeit speit, und die Vertriebenen wohnen am Hang.

Inhalt

Nach der Machtübernahme zerstreut sich ein Kreis junger Deutscher. Marion von Kammer, Schauspielerin, versucht in Paris und anderswo Rollen und Haltung zu bewahren. Martin Korella, Schriftsteller, kränkelt, greift zu Gift, stirbt an der Schwäche, die das Exil zur Krankheit macht. Um sie sammeln sich Figuren, die Klaus Mann aus dem Leben kennt, ohne Protokolle zu schreiben: der japanische Kikjou, Geliebter und Fremder unter Fremden; Benjamin Abel, Sohn eines Gelehrten, zwischen Anerkennung und Verzweiflung; Kommunisten, die die Linie halten, und Bürgerliche, die den Verlust nicht fassen. Schauplätze wechseln mit Visa und Geld. Amsterdam, Zürich, die Tschechoslowakei, später die Vereinigten Staaten: überall dieselben Zeitungen, dieselben Gerüchte, dieselbe Frage, ob Zurückgehen Verrat oder Rettung wäre.

Der Roman ist kein einzelner Lebenslauf, sondern ein Netz. Liebespaare entstehen und zerfallen, weil die nächste Grenze näher ist als die Treue. Politische Abende in möblierten Zimmern ersetzen die Öffentlichkeit, die man verloren hat. Manche gehen in den Widerstand, manche in die Innerlichkeit, manche in den Tod. Mann schildert Not und Glanz, Drogen und Witz, ohne das Exil zu heroischen. Die Emigration ist Alltag: karge Zimmer, falsche Pässe, Briefe, die nicht ankommen, Eltern, die in Deutschland bleiben. Marion kommentiert den Anschluss Österreichs mit dem Bild, das dem Buch den Namen gibt: Man lasse das Scheußliche rasen, als lebte man auf einem Vulkan, der Feuer speit; jeder warte, ob es ihn trifft.

Gegen Ende rückt Amerika näher, Hoffnung und Entfremdung zugleich. Der Krieg steht vor der Tür, den die Figuren kommen sehen und nicht aufhalten. Mann gibt keinem die letzte Rede. Der Vulkan bleibt die Metapher für eine Katastrophe, die man Natur nennt, um nicht Politik sagen zu müssen. Wer überlebt, hat nicht gesiegt. Das Personal ist groß, die Kapitel tragen Jahreszahlen, als wäre Chronik möglich, während die Biografien reißen. Klaus Mann hat sich und seine Schwester, Freunde und Tote in dieses Panorama geschrieben, ohne den Schlüsselroman zum Gericht zu machen. Es ist ein Buch der Vielen, deshalb eines der Einsamen.

Einordnung

Mann begann 1937, schloss 1939 ab, im Wissen, dass das Publikum im Reich das Buch nicht lesen würde. Der Querido-Verlag war die Adresse der verbotenen Deutschen. Nach 1945 blieb Der Vulkan im Westen lange im Schatten von Mephisto, der als Schlüsselroman skandalöser war; in der DDR erschien er 1969 bei Aufbau. Der Autor selbst hat im Wendepunkt den Vorrang dieses Werkes behauptet: nicht die Karriere des Anpassers, sondern die Lebensform der Vertriebenen.

Ottokar Runze verfilmte 1999 mit Nina Hoss als Marion. Die Bilder holen das Café zurück, nicht die Fülle der Stimmen. Neben Transit, dem Roman des Wartens auf Papiere, steht hier das Warten auf Geschichte, die schon da ist. Wer nach 1939 über deutsches Exil spricht, spricht hinter diesem Vulkan; wer nur Mephisto kennt, hat den Bruder gelesen, der blieb, und nicht die, die gingen. Rowohlt hält die überarbeitete Taschenbuchausgabe mit Nachwort. Das Plädoyer für Menschlichkeit, das die Klappentexte nennen, ist im Buch bitterer: Menschlichkeit als Rest, während der Berg Feuer gibt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.