Der Traum der Roten Kammer

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Traum der Roten Kammer
Autor(en): Cao Xueqin
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Insel Verlag
Serie:
Erscheinungsjahr: 1792
Seitenanzahl: 831 Seiten
Originaltitel: Hongloumeng
Originalsprache: chinesisch
ISBN-10: 3458334726
ISBN-13/

EAN-Code:

9783458334729
Schlagwörter: Pekinger Hof, Verfall, Liebe, Clan
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Der Traum der Roten Kammer ist der Roman von Cao Xueqin, chinesisch Hongloumeng, einer der vier klassischen Romane Chinas. Cao starb 1763 über dem Manuskript; die ersten achtzig Kapitel kursierten handschriftlich, 1791/92 erschien die Druckfassung von Cheng Weiyuan und Gao E mit vierzig ergänzten Kapiteln, deren Urheberschaft umstritten bleibt. Franz Kuhns deutsche Fassung, die Insel in einem Band hält, ist gekürzt und hat das Buch im deutschen Sprachraum lesbar gemacht. Erzählt wird der Niedergang des Clans Jia in der Hauptstadt, die Liebe des Knaben Jia Baoyu zu den Cousinen Lin Daiyu und Xue Baochai, und ein Stein, der auf die Erde will, um menschlich zu leiden.

Inhalt

Ein überzähliger Stein, vom Göttin Nüwa ausgeschieden, wird von einem Mönch und einem Daoisten in die Welt der Roten Staubes gebracht. Er wird Baoyu, der Junge mit dem Jadestück im Mund, Liebling der Großmutter, unbrauchbar für die Beamtenlaufbahn, zu Hause im Garten der großen Aussicht unter Mädchen und Frauen lebend. Daiyu, die kranke Waise, kommt in den Clan; sie und Baoyu erkennen einander, als hätten sie den Bund schon im Himmel geschlossen, wo das steinerne Wesen der Purpurbesenblüte täglich Tränen goß. Baochai, gesund, klug, der Familie genehm, trägt ein goldenes Schloss, das zur Jade passt. Die beiden Mädchen, die Dienerinnen Xiren und Qingwen, die Nonne Miaoyu, die matriarchale Jia-Mutter, der verkommene Jia She, der tüchtige und doch verstrickte Jia Zheng: Der Haushalt ist eine Stadt, der Garten eine Bühne, auf der Gedichte, Feste, Medizin, Schulden und Rang verhandelt werden.

Baoyu hasst die achtgliedrige Prüfung, liebt Schminke und Verse, weint mit Daiyu, versteht Baochais Maß und kann sich nicht entscheiden, wie die Welt es verlangt. Daiyu hüstet Blut, eifersüchtig und stolz; Baochai rät zur Mäßigung und wird zur Schwiegertochter bestimmt, während man Baoyu eine Hochzeit vorspiegelt, die Daiyu für die eigene hält. Daiyu stirbt in der Nacht, in der Baochai eingeholt wird. Der Clan verliert Ämter, Häuser, Gunst; Hausdurchsuchung, Enteignung, Zerstreuung. Baoyu besteht, in den Fortsetzungskapiteln, doch noch eine Prüfung, zeugt einen Erben und verschwindet mit Mönchen, den Stein zurückgebend. Ob Gao E damit Caos Absicht getroffen hat, ist die große Streitfrage der Roten-Kammer-Philologie: Manche Handschriften deuten auf einen härteren Untergang ohne versöhnliche Prüfung.

Cao, selbst aus einer Han-Familie, die unter den Qing zu Bannerleuten aufstieg und in Ungnade fiel, hat den eigenen Verfall in die Jias gelegt, ohne Schlüsselroman zu sein. Hunderte Figuren, Speisezettel, Arzneien, Theaterstücke, Traumprotokolle: Der Roman ist Enzyklopädie eines Hauses, das sich für ewig hält. Die rote Kammer ist der Innenraum der Frauen, der Traum die Wahrheit, die der Tag nicht zugibt. Baoyus Weigerung, Mann zu werden, wie der Staat ihn will, ist keine moderne Emanzipation, sondern die Treue zu einer Zärtlichkeit, die das Haus braucht und bestraft.

Einordnung

Neben der Reise nach Westen, den Räubern vom Liang-Schan-Moor und der Geschichte der Drei Reiche steht der Traum als der innerlichste der vier Klassiker: weniger Schlacht, mehr Haus. In China ist die Rote-Kammer-Kunde eine eigene Wissenschaft; jede Dienerin hat ihre Schule. Im Westen kam das Buch spät und oft gekürzt. Kuhn hat 1932 eine lesbare, stark eingekürzte deutsche Fassung vorgelegt, an der Insel festhält; die vollständige Übertragung von Rainer Schwarz und Martin Woesler füllt mehrere Bände und bleibt die Ausnahme. Wer nur Kuhn liest, kennt den Bogen und verliert die Breite.

Der Roman hat Malerei, Oper, Fernsehserien und einen Tourismus der Gärten nach sich gezogen. Die Fortsetzungsfrage – achtzig echte Kapitel, vierzig vielleicht fremde – ändert den Schluss, nicht die Mitte: Der Verfall ist schon im Überfluss da. Wer nach Familienromanen des neunzehnten Jahrhunderts in Europa sucht, findet hier den älteren, reicheren Verwandten, der den Salon durch den Hof ersetzt und die Ehe durch den Garten. Baoyu bleibt der Junge, der nicht Beamter werden will; Daiyu bleibt die Träne, die dem Stein versprochen war. Das Haus fällt, der Traum bleibt der Titel, weil nur im Traum die Kammer rot genug ist, um wahr zu sein.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.