Der Krieg als Kreuzzug
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Der Krieg als Kreuzzug |
| Autor(en): | Arno J. Mayer |
| Originaltitel: | Why Did the Heavens Not Darken? The »Final Solution« in History |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1988 |
| Schlagwörter: | Holocaust, Ostkrieg, Antisemitismus, Vernichtung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Rowohlt
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| Umfang dieser Ausgabe: | 701 Seiten |
| ISBN: | 9783498043339 |
| Verweise | |
Der Krieg als Kreuzzug. Das Deutsche Reich, Hitlers Wehrmacht und die »Endlösung« ist die deutsche Ausgabe von Arno J. Mayers 1988 erschienenem Buch Why Did the Heavens Not Darken?. Mayer, in Luxemburg geboren, in Amerika lehrend, deutet die Ermordung der europäischen Juden nicht als von Anfang an feststehenden Plan, sondern als Entgrenzung eines Krieges, den das Reich im Osten als Kreuzzug gegen den »jüdischen Bolschewismus« führte. Rowohlt brachte das Buch 1989; es polarisierte, weil es den Völkermord in die Logik des Vernichtungskriegs rückte, ohne ihn zu entschuldigen.
Inhalt
Mayer holt weit aus: der moderne Antisemitismus, die Schwäche der alten Eliten, 1914 bis 1918, die Furcht vor der Revolution. Der Nationalsozialismus erscheint als radikale Antwort einer bedrohten Herrschaftsordnung, nicht als Betriebsunfall. Der Krieg gegen die Sowjetunion ist bei ihm der Wendepunkt: ein Weltanschauungskrieg, in dem Juden, Slawen und Kommunisten zu einer einzigen Gegenwelt verschmelzen. Solange der Blitzsieg möglich scheint, bleibt Spielraum; mit dem Scheitern vor Moskau und dem Übergang in einen Krieg ohne Schonung wird aus Verfolgung Vernichtung. Die »Endlösung« ist das Produkt dieser Zuspitzung, nicht das abgezählte Ziel von 1933.
Die These ist funktionalistisch und politisch zugleich. Mayer bestreitet nicht den Hass; er bestreitet, dass der Hass allein die Maschine erklärt, ohne den Ostkrieg, ohne die Koalition aus Regime, Wehrmacht, Polizei und Nutznießern. Judäozid, sein Wort, soll den Mord als historisches Geschehen in einer Kriegsgesellschaft halten, gegen die Tendenz, ihn aus der Geschichte herauszuheben in eine Sphäre reiner Ideologie. Kapitel über Ghettos, Erschießungen, Lager binden die Vernichtung an Front, Hunger, Räumung, an Entscheidungen, die fallen, weil andere Entscheidungen gescheitert sind. Der Himmel verdunkelt sich nicht; die Frage des Titels ist die nach einer Welt, die zusah.
Unsicher und umstritten ist die Gewichtung. Kritiker warfen Mayer vor, den Antisemitismus zu schwächen, die Absicht Hitlers zu spät anzusetzen, den Vergleich mit anderen Massakern zu weit zu treiben. Daniel Goldhagen und die intentionalistische Schule lasen denselben Mord als Ziel von Anfang an; Saul Friedländer hat später die Stimmen der Juden und den »Erlösungsantisemitismus« gegen jede bloße Kriegsableitung gesetzt. Mayer bleibt der unbequeme Versuch, 1941 ernst zu nehmen, ohne 1933 zu entlasten. Wer nur den Kreuzzug hört, unterschlägt die Jahre der Entrechtung; wer nur den Plan von 1920 hört, unterschlägt, dass ohne den Krieg im Osten die Vernichtung nicht diese Form und dieses Ausmaß erreicht hätte. Das Buch gehört in die Debatte, nicht auf den Ehrenplatz unbestrittener Standardwerke.
Einordnung
Mayer hat die Holocaustforschung gezwungen, den Ostkrieg als Bedingung der Vernichtung zu denken, nicht als bloße Kulisse. Neben Friedländers Das Dritte Reich und die Juden steht er als die härtere Funktionsbehauptung, neben der älteren Totalitarismustheorie als marxistisch geschulte Elitegeschichte. Die Empörung über das Buch war Teil seiner Wirkung. Wer die Ermordung der Juden nur als Tat einer Weltanschauung kennt, muss sich hier dem Krieg stellen, der sie entfesselte – und der Einwand, dass der Hass älter war als Barbarossa.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
