Der Dschungel

Upton Sinclair · 1905 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Der Dschungel
Autor(en): Upton Sinclair
Originaltitel: The Jungle
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1905
Schlagwörter: Schlachthof, Chicago, Einwanderer, Ausbeutung
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt


Umfang dieser Ausgabe: 416 Seiten
ISBN: 9783499154911
Verweise


Der Dschungel ist der Roman von Upton Sinclair, 1905 in einem sozialistischen Blatt fortgesetzt, 1906 als Buch erschienen unter dem Titel The Jungle. Sinclair, ein Aufwühler der Missstände, hatte in den Schlachthöfen Chicagos recherchiert und wollte das Elend der Arbeiter schreiben; die Nation las das verdorbene Fleisch. Präsident Roosevelt setzte Untersucher ein, 1906 kam das Reinheitsgesetz für Lebensmittel, und Sinclair sagte später, er habe das Herz der Öffentlichkeit getroffen und zufällig den Magen. Der litauische Einwanderer Jurgis Rudkus bleibt der Held eines Buches, das Amerika als Dschungel erzählt: nicht den Wald, sondern Packingtown, wo Menschen und Tiere in derselben Maschine landen.

Inhalt

Jurgis kommt mit Ona, der Geliebten, mit Onkel, Cousine Marija und Verwandten aus Litauen nach Chicago, weil die Werbung Arbeit und Haus versprochen hat. Sie kaufen ein Haus auf Abzahlung, dessen Kosten steigen, sobald sie unterschrieben haben; sie finden Arbeit in den Yards, wo Rinder und Schweine in Fließarbeit zerlegt werden, bei Tempo, das Finger und Rücken frisst. Sinclair führt durch die Hallen: kranke Tiere, verfallenes Fleisch, Ratten, Chemikalien, Männer, die in die Fässer fallen und als Schmalz weitergehen. Jurgis ist stark, stolz, glaubt an Anstrengung. Der Winter, die Stücklöhne, die Vorarbeiter, die Partei der Fabrik, die Korruption der Gewerkschaft, wie sie hier aussieht, belehren ihn.

Ona wird vom Vorarbeiter gezwungen; Jurgis schlägt den Mann, verliert die Arbeit, sitzt im Gefängnis, kommt heraus, findet die Familie ärmer. Das Kind stirbt, Ona stirbt im Kindbett, ein zweites Kind ertrinkt auf der Straße. Jurgis tramppt, wird Landarbeiter, Bettler, Dieb, Werkzeug einer Wahlmaschine, Streikbrecher gegen die eigenen Leute, weil Hunger keine Treue kennt. Marija landet in einem Bordell. Sinclair lässt Jurgis nicht als Heiligen scheitern, sondern als Mann, den das System durch alle Rollen jagt, die es für den Unnützen vorsieht. Packingtown bleibt gleich, die Gesichter wechseln.

Am Ende hört Jurgis sozialistische Redner, begreift die Rede von Klasse und Mehrwert, soweit das Buch sie braucht, und tritt in die Bewegung ein. Der Schluss ist hell und von vielen als angeklebt empfunden: Nach der Hölle der Yards die Versammlung, die Hoffnung, dass die Saat aufgeht. Sinclair wollte den Sozialismus; die Leser wollten das Fleischgesetz. Beides steht im Text, ungleich gewichtig. Die Kraft des Romans liegt in den Hallen und in der Familie, die das Haus verliert, nicht in der letzten Rede. Jurgis lebt, und das ist mehr, als Packingtown den meisten gönnt, und weniger, als der Autor als Sieg erzählen wollte.

Einordnung

Sinclair steht in der Linie des amerikanischen Naturalismus, neben Zolas Schlachthöfen des Geistes, näher bei Früchte des Zorns als bei der späteren Industrielegende. Der Dschungel ist die Stadt ohne Gesetz für die, die keins kaufen können; das Gesetz schützt das Fleisch, nachdem das Buch erschienen ist, und schützt die Arbeiter später und weniger. Man hat Sinclair Naivität vorgeworfen, Sentimentalität, den sozialistischen Anhang. Man hat ihm nicht vorwerfen können, dass er die Yards erfunden hätte. Die Untersucher Roosevelts fanden genug, um die Gesetze zu ändern.

Wer den Roman nur als Hygienegeschichte liest, hat Ona und die Kinder überlesen. Wer ihn nur als sozialistische Schrift liest, hat die Kapitel nicht gelesen, in denen Jurgis Streikbrecher wird. Der Dschungel bleibt das Buch, das Amerika beim Magen packte und das Herz meinte, und das beides nicht voneinander lösen konnte. Die deutsche Übersetzung hat den Titel wörtlich genommen; er meint kein Abenteuer im Grünen. Er meint Chicago, 1905, die Hallen, in denen der Fortschritt nach Pfund verkauft, was übrig ist.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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