Das Leben Gebrauchsanweisung

Georges Perec · 1978 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Das Leben Gebrauchsanweisung
Autor(en): Georges Perec
Originaltitel: La Vie mode d'emploi
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1978
Schlagwörter: Haus, Liste, Puzzle, Paris
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: diaphanes


Umfang dieser Ausgabe: 832 Seiten
ISBN: 9783035800502
Verweise


Das Leben Gebrauchsanweisung ist der Roman von Georges Perec, 1978 erschienen, mit dem Untertitel Romane. Ein Pariser Mietshaus, Rue Simon-Crubellier 11, wird Raum für Raum erzählt, als wäre ein Schnitt durch das Gebäude eine Enzyklopädie des Lebens. Perec hatte in Anton Voyls Fortgang einen Roman ohne den Buchstaben e geschrieben; hier ist die Regel das Puzzle: der Springerzug über den Grundriss, 99 Kapitel statt 100, weil ein Feld leer bleibt. Der Prix Médicis machte das Buch berühmt; es ist sein weiteses.

Inhalt

Bartlebooth, reicher Engländer, hat sein Leben auf ein Vorhaben gestellt: zwanzig Jahre lang Aquarelle von Häfen malen, die der Handwerker Winckler in Puzzles zersägt; weitere zwanzig Jahre die Puzzles lösen, die Blätter wieder zusammenfügen, das Bild ins Meer zurückschicken, bis nichts bleibt. Das Vorhaben soll sinnlos sein und vollkommen. Winckler hasst den Auftraggeber heimlich und baut Fallen in die Puzzles. Bartlebooth stirbt über einem Feld, das ein W ist – oder nicht ganz. Das Haus enthält ihn, wie es alle enthält.

Perec geht Wohnung um Wohnung, Keller, Treppenhaus, Atelier. Der Maler Valène will das ganze Haus auf eine Leinwand bringen und stirbt darüber. Die Altwarenhändlerin, der Gelehrte, die Kinder, die Selbstmörder, die Köchin, der Schrecken einer alten Geschichte in einer Schublade: Jedes Kapitel ist ein Raum und eine Novelle. Listen unterbrechen den Bericht – Speisekarten, Werkzeuge, Romane in der Bibliothek, Gegenstände auf einem Tisch. Die Listen sind keine Inventur zum Schmuck; sie sind die Weise, in der das Leben sich an Dinge hängt, wenn die Menschen fehlen.

Unter den Geschichten liegen Verbrechen, Erbschaften, eine verschwundene Frau, ein Kind, das nicht nach Hause kommt, die Erinnerung an Lager und Krieg, die Perec nicht als Bekenntnis, sondern als Lücke setzt. Das fehlende hundertste Kapitel ist die Regel und die Trauer: Etwas fehlt immer. Wer das Haus betritt, um eine einzige Fabel zu finden, findet hundert. Wer die hundert als Beliebigkeit nimmt, hat Bartlebooths Puzzle nicht gesehen: Die Sinnlosigkeit war der Plan, und der Plan scheitert an einem einzigen Teil.

Einordnung

Perec hat das Oulipo – die Werkstatt für potentielle Literatur – vom Kunststück zum Weltbuch gemacht. Die Regel erzeugt Fülle, nicht Armut. Neben Ein Mann der schläft und dem Lipogramm steht dieser Band als das Gegenteil der Leere: alles ist da, und trotzdem fehlt ein Feld. Calvino hat das Haus bewundert; die Nachwelt hat Perec zum Meister der Listen gemacht und oft die Trauer überschlagen, die in den Listen wohnt.

Die deutsche Übersetzung von Eugen Helmlé hat das Französische in eine Prosa gezwungen, die atmet und zählt. Wer nur das Rätsel sucht, unterschlägt Valène. Wer nur das Rätsel leugnet, hat Winckler nicht begriffen. Das Buch ist 1978 erschienen, vier Jahre vor Perecs Tod; es bleibt die Gebrauchsanweisung, die keine Anweisung ist, sondern ein Haus, in dem man sich verirren soll.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.