Ein Mann der schläft
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Ein Mann der schläft |
| Autor(en): | Georges Perec |
| Originaltitel: | Un homme qui dort |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1967 |
| Schlagwörter: | Paris, Verweigerung, Du, Leere |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | diaphanes
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 112 Seiten |
| ISBN: | 9783035808834 |
| Verweise | |
Ein Mann der schläft ist ein Roman von Georges Perec, 1967 auf Französisch erschienen als Un homme qui dort, deutsch in der Übersetzung von Eugen Helmlé. Perec hat ihn vor dem Eintritt in die Werkstatt Oulipo geschrieben, ohne Buchstabenspiele, in der Anrede an ein Du, das in einer Mansarde über Paris die Teilnahme am Leben einstellt. Das Buch ist kurz, hartnäckig und eine Studie der Gleichgültigkeit: nicht Melancholie als Schmuck, sondern als Methode. 1974 hat Perec mit Bernard Queysanne eine Filmfassung vorgelegt, die den Jean-Vigo-Preis erhielt. Der Text gilt als früher Kern seines Werks und als eines der genauesten Bücher über das Aufhören.
Inhalt
Du bist Student in Paris, die Sommerhitze steht in der kleinen Kammer unter dem Dach, die Prüfung rückt heran, und du gehst nicht hin. Das Du, namenlos, männlich, Anfang zwanzig, bleibt liegen, als die Stadt arbeitet. Freunde rufen, Briefe kommen, die Universität erwartet eine Leistung; du antwortest nicht, du schläfst, du starrst die Decke an, du zählst die Risse. Perec beschreibt den Tageslauf als Abbau: Zähne, Brot, die Treppe, das Quartier Latin, das Kino, in das du gehst, ohne den Film zu wollen. Die Verweigerung hat keinen Manifestcharakter. Sie ist keine Revolte mit Programm, sondern das Versiegen des Grundes, überhaupt aufzustehen.
Die Stadt bleibt da, indifferent wie du. Du läufst, setzt dich in Cafés, liest Zeitungen, die dir nichts bedeuten, betrachtest Leute, die noch Zwecke haben. Hunger, Geld, die Mutter in der Ferne – alles wird leiser, nicht dramatisch, sondern durch Wiederholung. Perec schreibt in der zweiten Person, sodass der Leser die Leere nicht von außen besichtigt, sondern als Anrede erfährt: Du bist der, der aufhört. Versuche, zurückzukehren – eine Prüfung, ein Gespräch, eine Zuneigung – gleiten ab. Der Schlaf ist nicht Erholung, er ist die einzig stimmige Tätigkeit, weil er nichts verlangt. Paris wird zur Kulisse eines Experiments, dessen einzige Variable die Teilnahmslosigkeit ist.
Am Ende steht keine Bekehrung und kein Selbstmord. Das Du merkt, dass die Gleichgültigkeit selbst eine Falle ist, eine Pose, die sich erschöpft. Der Roman öffnet einen Spalt: nicht das große Ja zum Leben, sondern die Einsicht, dass man das Nichts nicht bewohnen kann, ohne es zu spielen. Perec lässt den Mann nicht triumphierend aufstehen; er lässt die Anrede stehen, als könnte sie jeden Tag von neuem beginnen. Die hundert Seiten reichen, weil nichts erzählt werden muss als das Aufhören und sein Umschlag. Wer Handlung als Begebenheit sucht, findet Tage. Wer Begebenheit als Entscheidung sucht, findet das Du, das sich der Entscheidung verweigert hat und merkt, dass auch das eine war.
Einordnung
Perec, später berühmt für das E-lose La disparition und für Das Leben Gebrauchsanweisung, hat hier noch ohne Zwangsregel geschrieben und doch schon die Inventur: Gegenstände, Wege, die Kammer. Das Buch steht in der Nähe der französischen Verweigerungsliteratur der sechziger Jahre, näher bei der Phänomenologie des Alltags als beim Bekenntnis. Helmlés Übersetzung hält das Du, ohne das der Text zerfällt; eine Ich-Fassung wäre ein anderes Buch. Der Film hat Bilder für die Hitze und die Mansarde gefunden und die Stimme als unsichtbare Erzählerin behalten.
Die Nachwelt hat Ein Mann der schläft als Urtext der Melancholie gelesen, manchmal zu weich: Perec schont das Du nicht. Die Kammer ist keine romantische Dachwohnung, sie ist ein Labor. Diaphanes hält die schmale Broschur greifbar. Neben den späteren Oulipo-Stücken wirkt dieser Roman schlicht; die Schlichtheit ist die Härte. Wer nach Perec über das Aufhören spricht, das keine Krankheit vorzeigen will und keine Lehre, spricht hinter diesem Du. Es schläft nicht, um zu träumen. Es schläft, weil Wachen einen Grund bräuchte, und der Grund ist ausgegangen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
