Corinna oder Italien
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Corinna oder Italien |
| Autor(en): | Germaine de Staël |
| Originaltitel: | Corinne ou l'Italie |
| Originalsprache: | französisch |
| Erstveröffentlichung: | 1807 |
| Schlagwörter: | Rom, Improvisation, Nation, Weiblichkeit |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | |
| Umfang dieser Ausgabe: | 500 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
Corinna oder Italien ist der 1807 erschienene Roman von Germaine de Staël, französisch Corinne ou l'Italie, im selben Jahr deutsch bei Unger in Berlin, übersetzt von Dorothea Schlegel und unter dem Namen Friedrich Schlegels herausgegeben. Ein schottischer Lord, Oswald Nelvil, trifft in Italien die Dichterin Corinna, die in Rom als Improvisatorin gefeiert wird; sie lieben einander, und die Liebe zerbricht an Pflicht, Nation und dem Recht der Frau, Geist zu haben, ohne dafür bestraft zu werden. Der Roman ist Liebesgeschichte und Italienbuch in einem: Ruinen, Landschaft, Musik, Katholizismus, die Sitten der Städte werden zu Argumenten, nicht zu Kulissen. Europa hat daraus gelernt, Italien zu empfinden. Napoleon hatte die Verfasserin verbannt; das Buch kam trotzdem.
Inhalt
Oswald kommt als Trauernder und als Engländer, der die Pflicht höher stellt als die Stimme. Corinna empfängt ihn als die Frau, die in Rom öffentlich dichtet, auf dem Kapitol gekrönt wird und Italien nicht als Reiseziel nimmt, sondern als Sprache. Sie führt ihn durch Rom, durch die Campagna, nach Neapel und zu den Orten, an denen Landschaft und Geschichte denselben Satz sprechen: Hier war Größe, hier ist Gegenwart, hier darf eine Frau reden. Die Kapitel sind Führer und Seelenprotokoll zugleich. Oswald hört, bewundert, liebt – und kann Corinna nicht heiraten, weil das englische Haus, der Vater, die schickliche Braut zu Hause eine andere Frau verlangen, eine stillere. Corinna opfert, zieht sich zurück, stirbt an der Unmöglichkeit, Genie und Zugehörigkeit in einem Leben zu halten. Der Schluss ist keine Versöhnung. Er ist die Rechnung, die das neunzehnte Jahrhundert an die begabte Frau stellte.
Italien ist im Untertitel keine Metapher, die man streichen könnte. Staël, selbst Reisende, selbst Vertriebene, setzt die Nation als Temperament: Italien als Wärme, Improvisation, Kunst; England als Melancholie, Vertrag, männliche Ehre. Der Vergleich ist grob und wirkte gerade deshalb. Leserinnen nahmen Corinna als Erlaubnis, öffentlich zu fühlen und zu wissen; Leser nahmen Italien als weibliches Genie, das man lieben und nicht heiraten kann. Gegen Goethes Ich, das sich an Rom bildet und nach Weimar zurückkehrt, setzt Staël eine Frau, die Rom ist und daran zerbricht, dass der Mann nach Hause muss. Die deutsche Übersetzung kam schnell, weil die Romantik denselben Streit führte: ob Empfindung eine Nation hat, und ob die Frau sie besitzen darf.
Unsicher bleibt die Fairness des Ländervergleichs. Italien wird zur Seele, England zur Fessel, Frankreich – Staëls eigene Adresse – bleibt im Off, weil Napoleon die Autorin aus Paris vertrieben hatte. Wer nur den Kunstführer will, findet ihn, oft besser als in manchem Baedeker, und verpasst die Politik der Geschlechter. Wer nur die Emanzipation will, unterschlägt, dass Corinna stirbt, nicht siegt. Die Nachwelt hat George Sand, den Bildungsroman der Künstlerin und die Italienmode der Romantik aus diesem Buch gespeist. Über Deutschland bleibt das andere große Werk derselben Verfasserin; hier zählt Corinna, weil sie Italien zur europäischen Gefühlslandschaft machte, bevor Burckhardt es zur Epoche machte.
Einordnung
Staël hat der Kavalierstour, die Männer bildete, die Frau als Medium Italiens entgegengesetzt – und gezeigt, dass dasselbe Land den einen zur Schule, die andere zum Opfer macht. Neben Goethes Italienische Reise und Eichendorffs Aus dem Leben eines Taugenichts steht dieser Roman als das Buch, das Europa las, wenn es Italien nicht nur sehen, sondern fühlen wollte. Die deutsche Romantik hat die Übersetzung gebraucht; die spätere Kritik hat die Typen grob gefunden und die Wirkung nicht gestrichen. Wer nach 1807 Italien als weibliches Genie denkt, denkt hinter Corinna.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Die Italienreise in acht Büchern (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.