Confusion Is Next. Die Nullerjahre – das Jahrzehnt des Umbruchs

Jens Balzer · 2026 · Sachbuch, Geschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Confusion Is Next. Die Nullerjahre – das Jahrzehnt des Umbruchs
Autor(en): Jens Balzer


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2026
Schlagwörter: Überwachung, Terror, Finanzkrise, Netz
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt


Umfang dieser Ausgabe: 272 Seiten
ISBN: 9783737102438
Verweise


Confusion Is Next. Die Nullerjahre – das Jahrzehnt des Umbruchs ist das 2026 bei Rowohlt Berlin erschienene Buch von Jens Balzer über die Jahre 2000 bis 2009. Es ist der vierte Band der Reihe, die 2019 mit den Siebzigern begann; aus der Trilogie ist eine fortlaufende Kulturgeschichte von 1970 bis 2009 geworden. Der Titel zitiert Sonic Youth und behauptet, dass nach der Freiheit die Verwirrung kommt.

Inhalt

Balzer setzt ein, als noch alles nach Vergnügen aussieht: geölte Bärte, bauchfreie Mode, Großstädter, die ein neues Biedermeier aus Biolimonade zelebrieren, weltweite Netze, die sich über Facebook knüpfen. Der Mensch des Westens lebt maximale Selbstbestimmung, sorglos, befriedet. Die Feier der Freiheit zeigt bald ihre Schattenseiten. Fernsehformate wie Big Brother bejubeln den gläsernen Menschen; das Ich wird zur Aufführung. Aus dem Silicon Valley entwickelt sich eine Kultur des entgrenzten Konsums und der Monopolbildung; Peter Thiel und Elon Musk beginnen ihre Laufbahnen, Donald Trump steigt auf. Die offene Gesellschaft gerät unter Druck: 2001 beginnt der Krieg gegen den Terror, 2008 bricht die Weltwirtschaft ein und lässt die globale Ordnung erbeben.

Die Kapitel sind ein Erkundungsgang durch Popkultur und Politik, der die Entstehungsgeschichte der Gegenwart erzählt. Intimrasur und Vaginalchirurgie, Bezahlklingeltöne, die ersten fotofähigen Telefone, Netztagebücher und der iPod: Balzer registriert Wendepunkte, die der Nachwelt lächerlich und folgenreich zugleich erscheinen. Die bildungsbürgerlichen Hürden des Fernsehens fallen; das Netz verspricht Teilhabe und liefert Überwachung. Euphorie der Möglichkeiten, Individualismus, technologisch entgrenzte Freiheit – und die großen Enttäuschungen, die bis in die Gegenwart reichen. Das Jahrzehnt des Umbruchs ist kürzer erzählt als die Vorgängerbände; die These ist schärfer.

Unsicher wird das Buch, weil die Nullerjahre noch nicht so fest zur Nostalgie geworden sind wie die Neunziger. Die Kritik hat erkenntnisreiche Dekadenbetrachtung genannt, was andere ein Kuriositätenlexikon für Nachgeborene heißen. Balzer schreibt näher an der eigenen Gegenwart als in den Siebzigern; die Distanz, die das Epochenporträt braucht, ist knapper. Wessen Nullerjahre erzählt werden, bleibt die westdeutsch-amerikanische Frage der ganzen Reihe. Der Umschlag von Freiheit in Kontrolle ist trotzdem die stärkste Pointe, die Balzer seit 2019 gesetzt hat.

Einordnung

Confusion Is Next schließt die Reihe, indem es No Limit umkehrt: aus dem Versprechen der Grenzenlosigkeit werden Überwachung, Monopol, Terror, Finanzkrise und politische Enttäuschung. Es steht neben Ulrich Becks Risikogesellschaft, die die Gefahr schon 1986 demokratisch verteilt sah, und neben den Zeitdiagnosen nach 2010, die denselben Umschlag als Singularität, Abstieg und Überwachungskapital weiterbenannt haben. Balzer bleibt der Pophistoriker. Die Diagnose kommt als Titelfolge und als Nachrichtenschnitt.

Geblieben ist die Behauptung, dass unsere Gegenwart in den Nullerjahren umgeschlagen ist, nicht erst in den Zehnern. Wer die Jahre nach 2000 nur als Vorhof der sozialen Netze kennt, trifft hier auf den Krieg, die Krise und die Firma, die das Ich vermessen hat. Die Reihe von 1970 bis 2009 ist damit lesbar als Entstehungsgeschichte – und als Erinnerung, die sich erst bildet, während Balzer sie schon schreibt.

Essays

Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.

Das 20. Jahrhundert in Epochenporträts (Lesepfad) · Epochenporträt und Epochenquelle (Vergleich)

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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