Buch der Lieder

Heinrich Heine · 1827 · Versepos


Das Werk
Deutscher Titel: Buch der Lieder
Autor(en): Heinrich Heine
Originaltitel: Buch der Lieder
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1827
Schlagwörter: Liebe, Loreley, Romantik, Lieder
Sachgebiete: Versepos
Greifbare Ausgabe
Verlag: Hoffmann und Campe


Umfang dieser Ausgabe: 319 Seiten
ISBN: 9783455021158
Verweise


Buch der Lieder ist die Gedichtsammlung von Heinrich Heine, 1827 bei Hoffmann und Campe in Hamburg erschienen, Heines erstes Hauptbuch und der Band, an dem die Schule ihn festgehalten hat. Julius Campe zögerte; Heine wollte Wohlfeilheit, Absatz, ein psychologisches Bild: die trüb-ernsten Jugendgedichte, das Intermezzo, die Heimkehr, die Harzverse, die Nordsee, zum Schluss die kolossalen Epigramme. Kaum ein Gedicht war neu – 237 Stücke, acht davon zum ersten Mal –, die Zyklen waren einzeln schon dagewesen. Die Sammlung machte sie zum Kanon. Von der politischen Satire des späteren Heine ist hier wenig; 142 Gedichte handeln von unglücklicher Liebe. Die Loreley steht darin, Belsatzar, die Grenadiere, der wunderschöne Monat Mai.

Inhalt

Der Band ist chronologisch in Zyklen geordnet, nicht als durchgehendes Epos, sondern als Folge von Stimmen einer Jugend. Junge Leiden versammelt Traumbilder, Lieder, Romanzen und einen Sonettenkranz aus den Berliner Gedichten von 1822. Das Lyrische Intermezzo war 1823 den Tragödien beigegeben: die kleine Form, der Refrain, die verweigerte Geliebte, der Witz, der den Schmerz nicht aufhebt. Die Heimkehr und die Verse Aus der Harzreise kamen mit dem ersten Band der Reisebilder 1826; die Nordsee in zwei Zyklen 1826 und 1827. Heine hat später an den Texten gefeilt, am stärksten bis zur fünften Auflage 1844, und die Zensur hat Stellen geglättet, die den Busen zur Schulter machten. Die Sammlung bleibt eine Jugend, die sich selbst ausstellt und sich zugleich maskiert.

Die berühmtesten Stücke sind balladesk oder liedhaft, keine Lehrgedichte. Die Loreley weiß nicht, was es bedeuten soll, dass sie so traurig ist, und der Schiffer geht in den Wellen unter, weil er nach oben sieht statt auf den Felsen. Belsatzar liest die Schrift an der Wand. Die Grenadiere hören, dass Frankreich verloren hat, und wollen nach Paris, auch als Gebeine. Donna Clara trifft den Juden, den sie verachtet, und liebt ihn, ohne ihn zu kennen – eine frühe, scharfe Kritik des Judenhasses, die im Schulliederbuch oft fehlt. Daneben die Fresken und Masken, in denen Heine grob wird, weil die feine Klage ihm nicht reicht. Wer nur die zarten Lieder will, muss Blätter überschlagen, die Campe und die Zensur schon störten.

Heine hat sich dagegen gewehrt, die Gedichte aus der Geschichte des Verfassers zu erklären, aus Amalie und Therese, den Cousinen in Hamburg. Der Brief an Immermann von 1823 nennt das eine Entjungferung des Gedichts: die äußere Geschichte passe bei ihm nie zur inneren. Der Band gibt trotzdem Anlass zu dieser Lesart, weil die unglückliche Liebe so beharrlich wiederkehrt. Die Kunstmittel sind volkstümlich und hoch: Volksliedton, Romanze, Sonett, freie Nordseerhythmen. Schumann hat später vertont, was sich vertonen ließ; die Schule hat gesungen, was sich singen ließ. Das Buch selbst ist gemischter, ironischer, gelegentlich grob. Es ist kein reines Liederbuch und kein Versepos mit einer Handlung, sondern die Form, in der Heine seine erste Stimme öffentlich gemacht hat.

Einordnung

Ohne Hoffmann und Campe wäre das Buch der Lieder ein anderer deutscher Ort. Campe hat den jungen Heine gedruckt, als der Plan noch nach Popularität klang und nach einem Hauptbuch, das Maurer und Dumme widerlegen sollte. Der Erfolg übertraf die Satire, die Heine später schrieb: Generationen haben die Loreley behalten und Atta Troll für schwierig erklärt. Die Germanistik hat den Band zur romantischen Jugend erklärt und den Franzosen, den Juden, den Nestbeschmutzer nacheinander an denselben Versen festgemacht. Vergeblich, wenn man den Witz und die Maske mithört. Neue Gedichte folgten erst 1844, der Romanzero 1851; dazwischen liegt das politische Werk, das dieses Frühbuch nicht vorhersagt und ohne das man Heine nicht hat.

Die greifbare Ausgabe bei Hoffmann und Campe hält den Text der Ausgabe letzter Hand; die Düsseldorfer Heine-Ausgabe ordnet das Frühwerk weiter unter diesem Titel. Wer nur die Vertonungen kennt, kennt die glatte Hälfte. Wer nur die Biographie der Cousinen kennt, hat Heines Einspruch nicht gelesen. Das Buch bleibt das populärste, das er geschrieben hat, und das missverständlichste: eine Liedersammlung, die sich als Seelengemälde anbietet und auf jeder zweiten Seite den Vorhang wegreißt. Paris hat diesen Ton nicht erfunden; Hamburg hat ihn gebunden. Wer deutsche Lyrik des neunzehnten Jahrhunderts ohne diesen Band denkt, hat die Adresse verfehlt, an der sie populär wurde.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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