Atta Troll

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Atta Troll
Autor(en): Heinrich Heine
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Reclam
Serie:
Erscheinungsjahr: 1843
Seitenanzahl: 224 Seiten
Originaltitel: Atta Troll. Ein Sommernachtstraum
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3150022614
ISBN-13/

EAN-Code:

9783150022610
Schlagwörter: Bär, Pyrenäen, Satire, Romantik
Sachgebiete: Versepos
Rezensionen
Umschlag

Atta Troll. Ein Sommernachtstraum ist das Versepos von Heinrich Heine, 1841 in den Pyrenäen begonnen, 1843 unvollständig in der Zeitung für die elegante Welt gedruckt und 1847 als Buch vorgelegt, mit der Bemerkung, es sei wie der Kölner Dom und die preußische Verfassung nie fertig geworden. Ungereimte vierhebige Trochäen, leicht und dicht, tragen die Geschichte eines entlaufenen Tanzbären, der in den Bergen ein gerechtes Tierreich predigen will und als Bettvorleger in Paris endet. Heine schreibt gegen die politische Tendenzdichtung der Vormärzjahre an, „um der Kunst willen“, und spottet doch auf jeder Seite über Zeitgenossen. Das letzte Kapitel nennt das Gedicht vielleicht das letzte freie Waldlied der Romantik.

Inhalt

Im Kurort Cauterets lässt ein Bärenführer auf dem Markt zwei Bären tanzen: Atta Troll und seine Frau Mumma. Atta reißt die Kette, entkommt in die Höhle bei Roncesvalles zu den sechs Jungen, vermisst Mumma und hält Reden gegen den Dünkel der Menschen, die den kultischen Tanz frivol gemacht und die Tiere unterjocht hätten. Er will das Regiment des Monopols stürzen und ein gerechtes Animalreich stiften. Der Erzähler – Heine selbst als Jäger – zieht mit dem schweigsamen Führer Laskaro über die spanische Grenze zur Hexe Uraka, Laskaros Mutter. In der Johannisnacht gießen sie die Schicksalskugel, die Atta treffen soll. Der Erzähler sieht in einer Schlucht die Wilde Jagd: Diana, die Fee Abunde, Herodias, und in der Reihe auch zwei Dichter namens Wolfgang und William.

In Urakas Hütte spricht der Erzähler mit einem Mops, der einst ein schwäbischer Tugenddichter war und zur Strafe den Hexenkessel rühren muss, weil er der Hexe seine Tugend nicht überlassen wollte. Erlösung fände er nur durch eine reine Jungfrau, die sämtliche Gedichte Gustav Pfizers ohne Schlaf zu Ende läse – zwei Eigenschaften, die der Erzähler an sich vermisst. Atta ahnt den Tod, hört Mummas Stimme, die Uraka nachahmt, läuft aus der Höhle und fällt durch Laskaros Schuss. Der Bärentöter wird in den baskischen Dörfern gefeiert und stottert überraschend Dank – er spricht zum ersten Mal. Attas Pelz wandert nach Paris und landet als Vorleger bei Juliette, der Freundin des Erzählers.

Im Jardin des Plantes trifft der Erzähler Mumma in der Bärengrube; sie hat Trost bei einem sibirischen Bären gefunden. Davor steht als Wärter der Mohrenfürst aus Ferdinand Freiligraths Gedicht, von Heine weitererzählt zum verheirateten Bürger. Das Epos streift Maßmann, Uhland, die schwäbische Dichterschule und die Rivalität mit Freiligraths exotischem Pathos, ohne eine Lehre auszustellen. Das dritte Kapitel sagt ausdrücklich, dass keine herauskommen soll. Was bleibt, ist der Bär, der Freiheit wollte und als Möbel endet, und der Dichter, der die Jagd erzählt, als wäre sie ein Traum in Sommernacht.

Einordnung

Heine hat das Tierepos Karl August Varnhagen von Ense gewidmet und darin die Romantik verabschiedet, indem er sie noch einmal singen lässt. Gegen die Gesinnungslyrik, die den Vers zum Flugblatt macht, setzt er Virtuosität, Anspielung und die Weigerung, Atta zum Märtyrer der Revolution zu salben. Der Bär ist komisch und ernst: seine Reden klingen nach zeitgenössischem Gleichheitspathos, sein Tod nach der alten Jagd. Stefan Heym hat das Werk später analysiert; die Reclam-Ausgabe von Winfried Woesler dokumentiert Entwürfe und Zeitbezug.

Es ist kein Roman und keine Novelle, sondern Versepos, und nur als solches ehrlich einzuordnen. Wer Heine nur aus den Reisebildern oder dem Buch der Lieder kennt, findet hier den Spötter im Trochäus, der Shakespeare und Goethe durch die Wilde Jagd schickt und den Zeitgenossen Pfizer zum Schlafmittel macht. Das Waldlied war nicht das letzte der Romantik, aber Heine hat ihm den Schlussvers geschrieben. Atta liegt in Paris auf dem Boden. Mumma lebt. Der Vers tanzt weiter, ohne Kette, und trifft trotzdem.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.