Bürger, ohne Arbeit

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Wolfgang Engler · 2005 · Sachbuch, Gesellschaftstheorie
Das Werk
Deutscher Titel: Bürger, ohne Arbeit
Autor(en): Wolfgang Engler
Originaltitel: Bürger, ohne Arbeit
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2005
Schlagwörter: Arbeit, Bürger, Einkommen, Gesellschaft
Sachgebiete: Sachbuch, Gesellschaftstheorie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Aufbau-Verlag


Umfang dieser Ausgabe: 416 Seiten
ISBN: 9783351025908
Verweise
Umschlag

Bürger, ohne Arbeit. Für eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft ist das 2005 im Aufbau-Verlag erschienene Sachbuch des Dresdner Soziologen Wolfgang Engler. Es verfolgt von der Antike bis in die Gegenwart, was Arbeit dem Einzelnen und der Gesellschaft bedeutet, und bricht mit der Hoffnung, Vollbeschäftigung sei wiederherstellbar. Engler, lange Dozent an der Schauspielschule Ernst Busch, schreibt gegen die Sachzwänge des Marktes und gegen die Selbstentmachtung der Politik. Das Buch wurde in der Debatte um ein bedingungsloses Grundeinkommen zur linken Referenz. Es ist Zeitdiagnose nach Hartz und Entwurf einer Bürgergesellschaft, die Würde nicht an den Lohnzettel bindet.

Inhalt

Engler schreibt gegen die Ideologie der Vollbeschäftigung und gegen die Reformen, die den Staat aus der sozialen Verantwortung in die Eigenverantwortung entlassen. Obwohl der Gesamtwohlstand einen Höhepunkt erreicht habe, seien die Unterschiede zwischen Arm und Reich nie so groß gewesen. Charles Fouriers Idee einer proportionalen Verteilung, bei der jede Schicht am wachsenden Wohlstand teilhabe, beruhe auf einem Irrtum: wenn sich der Wohlstand für alle quadriere, wachse auch die Kluft. Heute müsse man nicht über ein Recht auf Arbeit, sondern über ein Recht auf Einkommen nachdenken. Nicht die Menschen hätten sich der Marktwirtschaft unterzuordnen, sondern die Wirtschaft den Menschen. Der Titel setzt das Komma mit Absicht: der Bürger steht da, die Arbeit ist fort, und beides soll gelten.

Die Behauptung entfaltet sich als Gang durch Arbeiter, Bürger und Mensch. Die dritte industrielle Revolution hat die Vorstellung zersetzt, jeder könne ein Leben auf Erwerbsarbeit bauen. Einfrieren der Löhne, längere Arbeitszeit, Mobilmachung aller Arbeitsfähigen und gekürzte Leistungen zehren, was der Kapitalismus kulturell mitgab: Zukunftsorientierung, Gemeinsinn, Arbeitsethos über die Klassenschranken hinweg. Immer mehr Menschen müssen Existenz und Würde ohne Stelle oder ohne weiterführende Ausbildung sichern. Engler spielt Variationen des Grundeinkommens durch, nicht als Almosen, sondern als Bürgerrecht. Die Befugnis zur Umkehr liege nicht bei einer Elite, sondern beim Willen der Einzelnen, für ihre Rechte zu kämpfen. Der Umsturz der vom Staat gesegneten Wirtschaftsgesellschaft beginne mit der Wiederentdeckung der Urteilskraft.

Unsicher wird das Buch, wo aus der Diagnose ein Appell wird, ohne die Institutionen des Umbaus zu bauen. Gegner haben den Ton als kulturkritisch und die Forderung als finanzpolitisch ungedeckt gelesen. Engler kennt die Gegenrechnung – Anreize, Fachkräftemangel, die Würde der Arbeit selbst – und hält sie für das alte Lied, das die Zahlen der Produktivität nicht mehr decken. Der Stil ist der eines Essayisten, der Soziologie und Moral mischt, nicht der eines Haushaltsplans. Neben Tim Jacksons späterem Wohlstand ohne Wachstum, der das Sozialprodukt vom Gedeihen lösen will, steht hier die Lösung des Bürgers vom Arbeiter. Beide misstrauen der Gleichung, mehr Ware sei mehr Leben. Die Lücke bleibt: wie aus Urteilskraft Mehrheit wird.

Einordnung

Engler gehört zur ostdeutschen Soziologie, die nach 1989 die Bundesrepublik nicht als Naturzustand nahm. Das Buch steht in der Nachbarschaft der Grundeinkommensbewegung, der Kritik an Hartz und der älteren Rede vom Ende der Arbeitsgesellschaft. Es ist radikaler als tarifpolitische Korrekturen und weniger konstruiert als Modelle, die jeden Betrag ausrechnen. Die Aufnahme in Zeit, taz und im Netzwerk Grundeinkommen war aufmerksam; eine Parteischule hat es nicht gegeben.

Geblieben ist der Satz, dass Vollbeschäftigung zur Ideologie geworden sei, und die Zumutung, Bürgersein ohne Stelle zu denken. Wer nach 2005 über Grundeinkommen, Würde und die Herrschaft der Wirtschaft über die übrigen Sphären spricht, spricht hinter diesem Band oder gegen ihn. Die Aufbau-Ausgabe hat den polemischen Atem der Schröder-Jahre bewahrt; die Frage ist nicht jünger geworden.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.