América
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | América |
| Autor(en): | T. C. Boyle |
| Originaltitel: | The Tortilla Curtain |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1995 |
| Schlagwörter: | Grenze, Einwanderung, Kalifornien, Angst |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
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| Umfang dieser Ausgabe: | 400 Seiten |
| ISBN: | 9783423209359 |
| Verweise | |
América ist der 1995 erschienene Roman von T. C. Boyle, im Original The Tortilla Curtain, von Werner Richter übersetzt. Der englische Titel nennt den durchlässigen Vorhang aus Fladenbrot an der Grenze zu Mexiko; der deutsche holt den Vornamen der jungen Frau nach vorn, die illegal in Kalifornien ankommt. Zwei Paare am Topanga Canyon bei Los Angeles – Weiße in einer Villensiedlung, Mexikaner unter der Straße – kreuzen einander durch Unfall, Brand und Schlammlawine. Boyle erzählt fremdenfeindliche Angst und Hunger in abwechselnden Kapiteln. Der Zusammenstoß ist wörtlich: ein Autoblech, zwanzig Dollar, kein Krankenwagen.
Inhalt
Delaney Mossbacher, Naturkolumnist aus gutsituiertem New Yorker Haus, lebt mit der Immobilienmaklerin Kyra und ihrem Sohn Jordan in Arroyo Blanco am Rand von Los Angeles. Er hält sich für liberal, wandert, schreibt über Kojoten. Cándido Rincón hat schon Sommer als Wanderarbeiter hinter sich und ist mit der siebzehnjährigen, schwangeren América aus Mexiko gekommen; sie campieren im Canyon unterhalb der Siedlung. Delaney fährt Cándido an. Cándido will keine Polizei; Delaney gibt zwanzig Dollar und fährt weiter, überzeugt, der andere habe sich absichtlich vor das Auto geworfen. América sucht Arbeit, poliert Buddhastatuen mit ätzendem Mittel, wird um Lohn betrogen, auf dem Heimweg beraubt und vergewaltigt. Sie geht nicht wieder. Cándido findet kurz Arbeit, bis der Mann mit Papieren zurückkehrt.
Die Siedlung riegelt sich ab. Kyra lässt die Straßenvermittlung auflösen und unterstützt eine Mauer gegen »Kojoten, Schlangen und Ausländer«. Delaney protestiert zuerst gegen das Tor, dann nicht mehr. Cándido und América wollen nach Canoga Park, werden von einer Bande ausgeraubt und kehren in den Canyon zurück; sie essen aus Tonnen. Zu Thanksgiving schenkt jemand Cándido einen Truthahn. Beim Braten löst er einen Waldbrand aus, der Arroyo Blanco bedroht und nur durch eine Winddrehung verschont. América bringt im Geräteschuppen die Tochter Socorro zur Welt, Hilfe auf Spanisch; das Kind könnte blind sein. Cándido baut aus Paletten einen Unterstand oberhalb der Siedlung.
Delaney wähnt sich bedroht. Graffiti an der Mauer, Fotofallen, die er für Wildtiere gekauft hat, zeigen Cándido – der Obst stiehlt, nicht sprüht. Der Sprayer ist der Sohn des Wortführers von Arroyo Blanco; Delaney vernichtet die Bilder und will den Ausländer stellen. An Weihnachten hetzt er Cándido, provoziert einen Unfall, nimmt die Pistole, die ihm derselbe Nachbar andrehte. Im Regen trifft er die Hütte. Während er die Waffe auf Cándido und América richtet, reißt eine Schlammlawine alle fort. Die beiden retten sich auf ein Dach, das Baby wird fortgerissen. Als Delaney am selben Dach angespült wird, greift Cándido nach der Hand seines Feindes.
Einordnung
Boyle hat die Mauer und den Kojoten zum Doppelmotiv gemacht. Was Delaney in der Kolumne als anpassungsfähiges Raubtier feiert, wird zum Bild des Einwanderers, den man nicht aussperren kann; die Bewohner werfen Müll, locken das Wild und klagen über Zähne. Die Ummauerung von Arroyo Blanco ist Satire auf die bewachte Siedlung, die Mexikaner hineinlassen muss, damit Mexikaner draußen bleiben. Der Schluss reicht die Hand und lässt offen, was sie gilt: Rettung, Schuld, den nächsten Regen. Wer den Roman als Lehrstück über Toleranz liest, unterschlägt, dass Boyle alle vier Figuren bloßstellt – den Liberalen zuerst, der zum Jäger wird, sobald das Blech seines Wagens leidet.
In der Nachbarschaft stehen Steinbecks Früchte des Zorns, die den Zug nach Kalifornien von innen erzählen; Boyle erzählt ihn von beiden Seiten und mit weniger Hoffnung auf die gemeinsame Tafel. Das Buch ist nach den Debatten um Zäune an der Südgrenze der Vereinigten Staaten neu gelesen worden, ohne dass es dazu einer Aktualisierung bedurft hätte. Der deutsche Titel hat América aus dem Paar geholt, die im Original im Untergrund der englischen Wörter steht. Sie bleibt die, die Arbeit, Vergewaltigung und Kind trägt, während die Männer sich an Blech und Ehre messen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
