Allgemeine Erkenntnislehre

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Moritz Schlick · 1918 · Sachbuch, Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: Allgemeine Erkenntnislehre
Autor(en): Moritz Schlick


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1918
Schlagwörter: Erkenntnis, Wirklichkeit, Zuordnung, Positivismus
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Serie: stw
Umfang dieser Ausgabe: 375 Seiten
ISBN: 9783518281079
Verweise
Umschlag

Allgemeine Erkenntnislehre ist das 1918 in Berlin erschienene Hauptwerk von Moritz Schlick, in zweiter, umgearbeiteter Auflage 1925. Es ist das Buch, mit dem der spätere Mittelpunkt des Wiener Kreises noch vor der Gründung des Kreises die Erkenntnis als Zuordnung von Zeichen zu Tatsachen bestimmte. Schlick schreibt gegen den Neukantianismus und gegen den naiven Realismus: Wissen ist nicht Abbild und nicht Erzeugung der Welt, sondern eindeutige Bezeichnung. Die Wiener Schule hat hier ihr erkenntnistheoretisches Fundament, bevor der Tractatus und Carnaps Aufbau die Logik in den Vordergrund schoben.

Inhalt

Schlick bestimmt Erkenntnis als Wiederfinden des Gleichen im Verschiedenen: Ein Gegenstand ist erkannt, wenn er unter einen Begriff fällt, der schon an anderem erprobt ist. Das Wesentliche ist die eindeutige Zuordnung, nicht die Anschauung. Anschauung gibt Bekanntschaft, nicht Erkenntnis; wer Farbe sieht, kennt sie, ohne sie deshalb schon begriffen zu haben. Begriffe sind nicht Bilder, sondern Zeichen, deren Bedeutung in den Regeln ihres Gebrauchs liegt. Wahrheit ist eindeutige Zuordnung von Urteilen zu Tatsachen, nicht Übereinstimmung eines inneren Bildes mit einem äußeren Ding. Damit fällt der alte Streit, ob das Bewusstsein die Welt abmale oder hervorbringe.

Die Wirklichkeit ist das, was durch eindeutige Zuordnung bestimmt werden kann. Schlick verteidigt einen empiristischen Realismus: Die Außenwelt ist nicht ein Rätsel hinter den Empfindungen, sondern das durch Gesetze geordnete System der Tatsachen. Kausalität ist nicht Anschauung einer Kraft, sondern eindeutige Bestimmung des Geschehens. Das Ich ist kein letzter Gegenstand, sondern ein Zusammenhang von Erlebnissen. Gegen Kant besteht Schlick darauf, dass die Formen der Anschauung und des Denkens nicht a priori die Welt erzeugen; was a priori scheint, ist oft Konvention oder sehr allgemeine Erfahrung. Die Relativitätstheorie, die er als Physiker ernst nahm, dient ihm als Beispiel: Gleichzeitigkeit ist keine Anschauung, sondern eine Festsetzung, die sich an Messungen bewährt.

Die zweite Auflage verschärft die Abgrenzung gegen jede Wesensschau. Schlick hat Edmund Husserl gelesen und die phänomenologische Intuition für eine Verwechslung von Bekanntschaft und Erkenntnis gehalten. Was sich nur zeigen, nicht zuordnen lässt, trägt nicht zur Wissenschaft bei. Zugleich bleibt das Buch reicher als die späteren Manifeste des Kreises: Es kennt noch die alten Fragen nach dem Ich, nach der Wirklichkeit, nach dem Verhältnis von Begriff und Anschauung, und beantwortet sie, ohne sie für unsinnig zu erklären. Der Ton ist der einer Vorlesung, die Klarheit für eine moralische Pflicht hält.

Einordnung

Ohne die Erkenntnislehre wäre der Wiener Kreis eine Gruppe um Wittgenstein und Carnap geblieben, ohne den Lehrer, der Physik und Philosophie in einer Person verband. Rudolf Carnap hat die Konstitution anders angesetzt, Ludwig Wittgenstein die Grenze des Sagens enger gezogen; Schlick hat beide gelesen und den Kreis zusammengehalten, bis er 1936 ermordet wurde. Die Nachwelt hat das Buch hinter dem Aufbau und dem Tractatus zurücktreten lassen, weil es weniger formal ist. Wer den logischen Empirismus nur als Sprachkritik kennt, unterschlägt, dass Schlick zuerst eine Lehre vom Erkennen geschrieben hat: nicht die Welt wird konstruiert, sondern die Zuordnung, durch die von ihr die Rede sein kann.

Ideen

Erkenntnis

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.