Autor:Alexander Mitscherlich

1908 1982
(Weitergeleitet von Alexander Mitscherlich)
Psychoanalytiker · Psychologie · Gesellschaft · 20. Jahrhundert
PsychologieGesellschaft


Alexander Mitscherlich, in München geboren, in Frankfurt gestorben, hat der bundesdeutschen Stadt die Diagnose gegeben, unter der sie unbewohnbar wurde, ohne ungebaut zu sein. Die Unwirtlichkeit unserer Städte liest Planung als Zumutung an Psyche und Demokratie.

Leben

München, die Medizin, die Analyse, 1960 das Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt: Der Umweg ist die Seele der Republik. Wer mit Margarete Mitscherlich die Unfähigkeit zu trauern beschrieb, findet in der Satellitenstadt dieselbe Bindungslosigkeit in Stein. 1969 der Friedenspreis. 1982 der Tod in Frankfurt. Die Stadt, die er anklagte, war die der Wirtschaftswunderjahre, nicht die zerstörte von 1945 allein.

Wirkung

Mitscherlich hat die Unwirtlichkeit aus dem Feuilleton in die Psychoanalyse der Institutionen geholt. Ohne Mitte, ohne Identifikation, ohne Neuordnung des Bodens bleibt Planung irrational – das Buch von 1965 ist Anstiftung zum Unfrieden, weil es den Streit um Grund und Eigentum zur Bedingung der Stadt erklärt. Gegen Siedlers Trauer um das Alte setzt es die Frage, was der neue Stein mit den Bewohnern macht.

Gelesen wird er als Gewissen der urbanen Bundesrepublik und als Kulturkritiker, der die Siedlung pauschal verwarf. Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft und Die Unfähigkeit zu trauern haben den Namen größer gemacht als die Stadt; die Unwirtlichkeit bleibt der Band, in dem die Analyse die Straße betritt. Wer nur Betonbrutalität sagt, hat die Seelenlosigkeit nicht gelesen. Wer nur die Seele will, unterschlägt die Bodenfrage.

Werke

In Auswahl außerdem: Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft, Die Unfähigkeit zu trauern.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

Weitere Autoren in Psychologie entdecken Weitere Autoren in Gesellschaft entdecken