Die Unwirtlichkeit unserer Städte
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Die Unwirtlichkeit unserer Städte |
| Autor(en): | Alexander Mitscherlich
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1965 |
| Schlagwörter: | Stadt, Planung, Psyche, Boden |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Psychologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp |
| Serie: | edition suhrkamp |
| Umfang dieser Ausgabe: | 161 Seiten |
| ISBN: | 9783518101230 |
| Verweise | |
Die Unwirtlichkeit unserer Städte. Anstiftung zum Unfrieden ist das 1965 bei Suhrkamp erschienene Buch von Alexander Mitscherlich. Die edition suhrkamp hat die Polemik zur Daueradresse gemacht. Es liest die gebaute Umwelt der Bundesrepublik als Zumutung an Psyche, Gemeinschaft und Demokratie.
Inhalt
Mitscherlich untersucht Programme der Städteplanung und findet Irrationalität, wo Technik behauptet wird. Satellitenstädte ohne Mitte, Wohnungen, an denen sich niemand festmachen kann, der Egoismus der Grundstückbesitzer, die Scheu der Politik vor dem Streit um den Boden: Unwirtlichkeit ist kein Geschmacksurteil über Fassaden. Sie ist die Diagnose einer Bindungslosigkeit, die entsteht, wenn Menschen in Stein leben, der keine Stadt mehr ist. Ohne einen Begriff der gesellschaftlichen Bedingungen, unter denen geplant wird, und ohne Neuordnung des Grund- und Bodenbesitzes bleibt Planung, so Mitscherlich, unmöglich – sie verwaltet Symptome. Der Untertitel ist ernst: Anstiftung zum Unfrieden, weil Frieden hier die Ruhe derer wäre, die den Boden halten.
Der Psychoanalytiker schreibt in die Stadt, die das Wirtschaftswunder gebaut hat, nicht in die Trümmer von 1945 allein. Identifikation braucht Orte, an denen man bleibt; die anonyme Siedlung erzeugt Flucht nach innen oder Aggression nach außen. Großstadt und Neurose liegen in dem Band nebeneinander, ohne dass die Stadt zur Krankheit erklärt würde. Krankheit wird die Stadt, die keine Nahwelt mehr zulässt. Gegen Siedlers Trauer um Putte und Baum setzt Mitscherlich die Frage, was der neue Stein mit den Bewohnern macht, die in ihm keine Geschichte und keine Nachbarn finden. Gegen Jacobs’ Ökonomie der Nähe setzt er die Seele, die Nähe braucht, um demokratisch zu bleiben.
Die Gegenposition liegt bei Planern, die Wohnungsnot und Motorisierung als Sachzwang führen; bei einer Soziologie, die Bindung nicht zur Bedingung der Demokratie machen will; bei Jappe, der denselben Stein als Kapital liest, wo Mitscherlich ihn als Seelenlosigkeit liest. Wer nur Betonbrutalität sagt, hat die Diagnose nicht gelesen. Wer nur Psychologie will, unterschlägt die Bodenfrage, ohne die der Band eine Stimmung bliebe. Die Wirkung in der Bundesrepublik war heftig, weil sie eine Erfolgsgeschichte traf, die sich für wiederaufgebaut hielt und unbewohnbar geworden war, ohne es zu merken.
Einordnung
Ohne dieses Buch fehlt der westdeutschen Stadt der sechziger Jahre die Sprache, in der Planung zur psychischen und politischen Frage wird. In Die gebaute Gesellschaft steht es nach Siedlers Abgesang als die Innenwelt desselben Verlusts: dort das Stadtbild, hier die Bindung. Neben Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft und der Unfähigkeit zu trauern ist dies der Band, in dem die Analyse die Straße betritt.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Die gebaute Gesellschaft (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
