Autor:Meyer Fortes
Meyer Fortes (1906–1983), in Britstown in der Kapkolonie geboren, hat afrikanische Herrschaft als politische Systeme lesbar gemacht, auch wo kein Staat war. Mit Edward E. Evans-Pritchard gab er 1940 Politische Systeme Afrikas heraus: der Gründungstext der politischen Anthropologie.
Leben
Zuerst Psychologie, dann die Wende zur Sozialanthropologie an der London School of Economics bei Seligman, Bronisław Malinowski und Raymond Firth. Der Umweg ist die Feldforschung bei den Tallensi in der Goldküste: Verwandtschaft, Ahnenkult und Abstammungsgruppe als Ordnung ohne Oberhaupt. Zurück in England die vergleichende Typenbildung, später Cambridge, dort von 1950 bis 1973 der William-Wyse-Lehrstuhl. Er starb in Cambridge. Die Monographien über Clan und Verwandtschaftsnetz der Tallensi tragen, was die Einleitung des Sammelbands vergleichend setzt.
Wirkung
Fortes und Evans-Pritchard haben die Zweiteilung zentraler und segmentärer Systeme befestigt: Häuptling, König, Verwaltung hier – Gleichgewicht rivalisierender Segmente dort. Politik ist die Regelung von Macht, Recht und Krieg, nicht der europäische Staat allein. Das verschob die Ethnologie vom Despoten oder vom angeblichen Fehlen jeder Politik hin zum Vergleich auf breiter Grundlage. Alfred Radcliffe-Brown schrieb das Vorwort; Max Gluckman nahm den Band in die Manchester-Schule mit. Fortes’ eigene Tallensi-Studien und Ödipus und Hiob in westafrikanischen Religionen haben Verwandtschaft und Person zum Maßstab gemacht.
Kanonisiert in der Lehre, kritisiert als Kolonialethnographie: Spätere haben den Rahmen der dreißiger Jahre, die Männlichkeit der dargestellten Öffentlichkeit und die Unterschätzung von Klasse und Fernhandel genannt. Wer hier eine vollständige Theorie afrikanischer Staaten erwartet, verfehlt den heuristischen Wert der Typen. Wer den Vergleich als gewaltsame Vereinheitlichung ablehnt, spricht gegen dieses Buch. Geblieben ist die Unterscheidung, die man kritisieren muss, um weiterzukommen.
Werke
- Politische Systeme Afrikas (1940)
In Auswahl außerdem: The Dynamics of Clanship among the Tallensi, The Web of Kinship among the Tallensi, Ödipus und Hiob in westafrikanischen Religionen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.