Autor:Edward E. Evans-Pritchard
Edward E. Evans-Pritchard (1902–1973), in Crowborough in Sussex geboren, hat afrikanische Ordnungen als politische Systeme lesbar gemacht, ohne den europäischen Staat zum Maß zu machen. Politische Systeme Afrikas, 1940 mit Meyer Fortes herausgegeben, gilt als Gründungsdokument der politischen Anthropologie.
Leben
Pfarrerssohn, Winchester, Geschichte in Oxford, dann die London School of Economics bei Seligman und Bronisław Malinowski. Der Umweg ist das Feld: Azande und Nuer im anglo-ägyptischen Sudan, Hexerei als Erklärung von Unglück, Verwandtschaft als Politik ohne Oberhaupt. Krieg in der Cyrenaika, 1944 der Übertritt zum Katholizismus, ab 1946 der Lehrstuhl in Oxford als Nachfolger Alfred Radcliffe-Browns. Er starb in Oxford; 1971 war er zum Ritter geschlagen worden.
Wirkung
Evans-Pritchard hat gezeigt, dass Gesellschaften ohne König dennoch Politik haben: Segmente, die einander begrenzen, Abstammungslinien, Ritual, das Gleichgewicht des Streits. Die Nuer wurden zum Schulbeispiel der Ordnung ohne Spitze; die Azande zum Schulbeispiel einer Vernunft, die Unglück als Hexerei liest, ohne die empirische Ursache zu leugnen. Mit Fortes unterschied der Sammelband zentrale Herrschaft von segmentärer Ordnung. Die koloniale Lage der dreißiger Jahre ist der Rahmen der Feldforschung, nicht ihr offenes Thema.
Spätere Kritik hat den Kolonialkontext der Gewährsleute, die Männlichkeit der dargestellten Öffentlichkeit und die Unterschätzung von Klasse und Fernhandel genannt. Philosophen der Wissenschaft haben die Azande-Studien in die Debatte über Rationalität gezogen. Wer hier nur Kolonialverwaltungskunde erwartet, verfehlt den Vergleich; wer den Vergleich als Gewalttat ablehnt, verfehlt, dass afrikanische Ordnungen hier zuerst als politische Systeme ernst genommen wurden. Die Typen muss man kritisieren, um weiterzukommen.
Werke
- Politische Systeme Afrikas (1940)
In Auswahl außerdem: Hexerei, Orakel und Magie bei den Zande, Die Nuer, Nuer Religion.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.