Autor:Konrad Kyeser
Konrad Kyeser (1366–nach 1405), in Eichstätt geboren, hat dem späten Mittelalter das erste durchgehend bebilderte Kriegshandbuch des deutschen Sprachraums hinterlassen. Der Bellifortis, um 1405 in einer Prunkhandschrift für den Königshof fertiggestellt, sammelt Belagerungsmaschinen, Feuerwerk und astrologische Praktiken in einem lateinischen Kompendium, das ungedruckt blieb und in Dutzenden Abschriften weiterlief.
Leben
Bürgerliche Herkunft, Medizin bei den Dominikanern in Eichstätt, 1389 mit einem bayerischen Söldnerheer nach Italien, wo er Krieg und humanistische Bücher zugleich sah. Der Umweg ist Nicopolis: 1396 nahm er am Kreuzzug König Sigismunds gegen die Osmanen teil, dessen Scheitern er Sigismund anlastete. 1402 am Hof König Wenzels, dann auf die Burg Bettlern verbannt, begann er die Niederschrift. Das Autograph von 1405, König Ruprecht gewidmet, bewahrt die Namen der Eltern und den 26. August 1366 als Geburtstag. Wann er starb, ist unbekannt; nach 1405 verliert sich die Spur.
Wirkung
Kyeser hat die Kriegstechnik aus der antiken Schrift – Vegetius, Frontinus – und aus der eigenen Anschauung in Bilder übersetzt: Bliden, Leitern, Tauchgeräte, die älteste bekannte Zeichnung eines Keuschheitsgürtels, daneben Alchemie und Sternkunde, die er zu den mechanischen Künsten zählte. Nicht alles ist baubar; wo er gesehen hat, wird er genau. Rund fünfundvierzig Handschriften bezeugen, dass Fürstenhöfe das teure Format wollten. Die italienische Renaissance kannte den Band; neuere Forschung hat Spuren bei Leonardo da Vinci geltend gemacht.
Gedruckt wurde der Bellifortis erst im zwanzigsten Jahrhundert, als Faksimile einer gelehrten Neugier, nicht als Dienstvorschrift. Die Nachwelt hat ihn zum bayerischen Leonardo gemacht und zum Kuriosum der Keuschheitsgürtelzeichnung. Beides verfehlt die Lage: Es ist Fürstenwerbung nach einer Niederlage, Technik als Anspruch, Magie als Beilage. Wer Kyeser nur als Erfinder liest, unterschlägt die astrologische Sättigung, die Lynn White am Text rügte. Wer ihn nur als Phantasten entsorgt, unterschlägt, dass das fünfzehnte Jahrhundert hier zum ersten Mal den Krieg als Bilderkatalog der Maschinen denkt.
Werke
- Bellifortis (1405)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.