Wir Kinder aus Bullerbü

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Wir Kinder aus Bullerbü
Autor(en): Astrid Lindgren
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Oetinger
Serie:
Erscheinungsjahr: 1947
Seitenanzahl: 110 Seiten
Originaltitel: Alla vi barn i Bullerbyn
Originalsprache: schwedisch
ISBN-10: 3841500587
ISBN-13/

EAN-Code:

9783841500588
Schlagwörter: Dorf, Jahreszeiten, Geschwister, Schweden
Sachgebiete: Kinderbuch
Rezensionen
Umschlag

Wir Kinder aus Bullerbü ist der erste Band der drei Kinderbücher von Astrid Lindgren um ein kleines Dorf in Småland, 1947 in Schweden erschienen. Es folgten Mehr von uns Kindern aus Bullerbü (1949) und Immer lustig in Bullerbü (1952); deutsch liegen sie bei Oetinger vor, lange in der Übertragung von Else von Hollander-Lossow, gezeichnet von Ilon Wikland. Sechs Kinder auf drei Höfen erzählen ein Jahr, als gäbe es nichts Wichtigeres als Geburtstag, Heu und Schnee. Lindgren hat die Idylle nicht erfunden, sie hat sie aus der Erinnerung an die eigene Kindheit gebaut, knapp über dem Krieg, der in diesen Seiten nicht vorkommt. Gerade deshalb wurden die Bücher zum Gegenbild einer beschädigten Gegenwart: ein Dorf, in dem Kinder noch den ganzen Tag draußen sind.

Inhalt

Lisa erzählt. Sie wohnt auf dem Mittleren Hof mit den Brüdern Lasse und Bosse; auf dem Nordhof leben die Schwestern Britta und Anna, auf dem Südlichen Hof der kleine Olle. Sechs Kinder, drei Höfe, ein Dorf, das kaum mehr ist als diese Häuser, der See, der Laden, die Schule. Der erste Band folgt den Jahreszeiten: Frühling mit Schnee, der taut, Sommer auf dem Heuboden, Herbst mit Kartoffeln, Weihnachten mit dem Warten, das länger dauert als das Fest. Lisa merkt sich die Tage, an denen etwas geschieht – ein Geburtstag, ein Streich, eine Übernachtung im Heu – und die Tage, an denen nichts geschieht und die trotzdem zählen. Lindgren lässt die Kinder arbeiten und spielen, ohne beides zu trennen; wer auf einem Hof aufwächst, trägt Wasser, hütet, nascht und baut Hütten aus demselben Tag.

Die Fortsetzungen verdichten dasselbe Leben, ohne eine große Handlung darüberzulegen. Im zweiten Band rücken Schule, kleine Eifersüchte und der Stolz, schon lesen zu können, näher; im dritten bleibt das Versprechen des Titels: Immer ist etwas los, auch wenn es nur der Schnee ist, der das Dorf zur Bahn macht. Kerstin, Olles kleine Schwester, kommt hinzu, ein Kleinkind, das die Großen ernst und albern zugleich behandeln. Die Erwachsenen – Mütter, Väter, Großvater – sind da, ohne die Bühne zu übernehmen; sie kochen, schelten gelinde, lassen die Kinder gehen. Es gibt keine Schurken. Der Konflikt ist die Zeit selbst: dass ein Sommer endet, dass man älter wird, dass der eine Hof näher am See liegt als der andere. Lisa behält den Ton einer, die weiß, dass dieses Leben nicht ewig währt, und es trotzdem im Präsens erzählt.

Was die drei Bände zusammenhält, ist nicht ein Abenteuer, das zu lösen wäre, sondern die Behauptung, Kindheit könne ein Ort sein. Die Kinder schwimmen, verkleiden sich, lesen dem Großvater vor, fürchten sich im Dunkeln und trösten einander. Lindgren schreibt kurze Kapitel, die man vorlesen kann, und eine Stimme, die nie herablassend wird. Der Schluss jedes Bandes ist kein Ende, nur ein Jahr, das sich schließt. Wer alle drei gelesen hat, kennt die Geographie von Bullerbü so gut wie die Kinder: wo der Stein ist, wo der Weg zum See, wer auf welchem Hof schläft. Das ist die Kunst des Buches: aus Wiederholung keine Langeweile zu machen, sondern Vertrauen.

Einordnung

Lindgren hat Bullerbü unmittelbar nach dem Krieg veröffentlicht, als Schweden unzerstört war und Europa nicht. Die Bücher nennen den Krieg nicht; sie antworten ihm, indem sie eine Kindheit erzählen, in der Gewalt nicht vorkommt. Das hat man später als Verklärung gelesen, und es ist eine: Kein Armenhaus wie bei Michel, kein Tod wie bei den Die Brüder Löwenherz, kein Wald, der verschlingt, wie in Ronja Räubertochter. Gerade die Beschränkung macht den Rang. Lisa erzählt nicht, weil nichts fehlt, sondern weil sie festhalten will, solange es da ist. In der Kinderliteratur des zwanzigsten Jahrhunderts steht Bullerbü neben wenigen Dörfern, die man auswendig lernt, ohne dass eine Heldentat sie berühmt machte.

Die Verfilmungen von Lasse Hallström (1986/1987) haben das Licht Smålands und Wiklands Gesichter weitergetragen; das Buch bleibt in Lisas Sätzen genauer, weil es den Alltag nicht zum Ereignis aufbauschen muss. Wer Lindgren nur als Autorin wilder Kinder kennt, findet hier die andere Seite: Geborgenheit als Form, nicht als Motto. Nach diesen Bänden spricht man über Landkindheit anders, nämlich als Kalender aus Festen und Arbeit, nicht als Folklore. Wer sie für bloß niedlich hält, hat überhört, dass Lisa schon weiß, dass sie erzählt, weil die Zeit vergeht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.