Weg in die Wildnis

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Larry McMurtry · 1985 · Roman
Das Werk
Deutscher Titel: Weg in die Wildnis
Autor(en): Larry McMurtry
Originaltitel: Lonesome Dove
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1985
Schlagwörter: Texas, Rindertrieb, Freundschaft, Grenze
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Goldmann


Umfang dieser Ausgabe: 735 Seiten
ISBN: 9783442413430
Verweise
Umschlag

Weg in die Wildnis ist der 1985 erschienene Roman von Larry McMurtry, im Original Lonesome Dove, 1986 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Der deutsche Titel verschiebt den Ortsnamen – Lonesome Dove ist ein staubiges Nest am Rio Grande – ins Programm einer Reise: zwei gealterte Texas Ranger treiben eine Rinderherde nach Montana, als wäre der Westen noch zu haben. McMurtry hat den Western nicht widerlegt, indem er ihn verspottet, sondern indem er ihn zu Ende erzählt: Hitze, Langeweile, plötzliche Grausamkeit, Frauen, die klüger sind als die Männer, die sie verlassen. Der Band ist der zuerst veröffentlichte, chronologisch aber der dritte Teil einer späteren Tetralogie. Die Fernsehfassung von 1989 unter dem Titel Der Ruf des Adlers hat das Buch in Amerika zum Gemeingut gemacht.

Inhalt

In Lonesome Dove halten Augustus McCrae und Woodrow Call, einst berühmte Ranger, eine klägliche Pferdewechselstation. Gus redet, trinkt und sitzt auf der Veranda; Call arbeitet, schweigt und kommandiert den jungen Newt, von dem alle außer Call wissen, dass er sein Sohn ist. Der schwarze Späher Deets, der exzentrische Pea Eye und der irische Koch Po Campo gehören zum Haushalt. Der ehemalige Gefährte Jake Spoon taucht auf, auf der Flucht nach einem Totschlag, und schwärmt von Montana, wo das Gras noch niemandem gehört. Call, dem Texas zu klein geworden ist, kauft Rinder zusammen, auch gestohlene, und der Treck nach Norden beginnt. Die Prostituierte Lorena Wood, die Jake versprochen hat, sie mitzunehmen, schließt sich an; der Cowboy Dish Boggett liebt sie, ohne gehört zu werden.

Der Weg ist keine Heldengeschichte. Comanchen unter Blue Duck überfallen den Treck, entführen Lorena und halten sie in einem Lager, das McMurtry ohne Beschönigung beschreibt. Gus reitet sie frei, tötet, verhandelt, kommt zu spät und doch rechtzeitig. In Nebraska wartet Clara Allen, Guss alte Liebe, die einen Hof führt und zwei Töchter hat und ihn nicht zurücknimmt, weil sie schon einmal gewartet hat. Call treibt weiter, sturer als die Herde. Jake, der sich mit Gesetzlosen eingelassen hat, wird gehängt; Call sieht zu, gebunden an eine Freundschaft, die keine Entschuldigung mehr trägt. Deets stirbt, als er Kinder aus einem Streit ziehen will. Die Weite, die der Treck gesucht hat, gibt nichts zurück als Distanz.

In Montana gründet Call eine Ranch, die den Namen des toten Deets trägt, und verliert Gus: Ein Pfeil, eine Amputation, die Gus verweigert, weil er nicht ohne Beine leben will, und der lange Tod in Claras Nähe. Call verspricht, den Freund nach Texas zurückzubringen, und hält das Versprechen gegen jede Vernunft: Er fährt den Sarg durch den Winter, durch Siedlungen, die ihn für verrückt halten, bis nach Lonesome Dove. Newt bleibt im Norden, ohne dass Call ihm sagt, was er ihm schuldet. Lorena findet bei Clara einen Platz, der keine Rettung durch einen Mann mehr braucht. Der Roman endet nicht mit dem gelobten Land, sondern mit einem Mann, der eine Leiche nach Hause schafft, weil das die letzte Arbeit ist, die er noch versteht.

Einordnung

McMurtry, Texaner und Kenner der Ranger-Mythologie, hat den Western entzaubert, ohne ihm die Würde zu nehmen. Call und Gus sind kein Paar aus Pflicht und Freiheit, das sich zur Lehre addiert; sie sind zwei beschädigte Männer, deren Freundschaft länger hält als ihre Zwecke. Die Frauen – Clara, Lorena, die Wirtin Elmira auf ihrer eigenen, unglücklichen Flucht – tragen das Buch, wo die Männer nur noch treiben. Blue Duck ist keine edle Gegenfigur der Grenze, sondern ein Verbrecher, den der Roman nicht durch Herkunft entschuldigt und nicht zur Kulisse verkleinert. Gegenüber der älteren Frontier-Literatur, die den Treck als Nationwerdung erzählt, bleibt Weg in die Wildnis beim Einzelnen: beim Bein, das man abnimmt oder behält, beim Sohn, den man nicht anerkennt.

Die Miniserie mit Robert Duvall und Tommy Lee Jones hat Gus und Call ins amerikanische Gedächtnis gehoben und dabei viel von der Länge und der Nebenstimmen gestrichen, die den Roman tragen. In Deutschland ist die Goldmann-Übersetzung von Richard Crevier lange das einzige greifbare Taschenbuch gewesen; die Fortsetzungen sind nur zum Teil übersetzt. Wer den Western für eine Kindergeschichte von Mut und Weite hält, liest hier die Rechnung: Der Weg nach Montana kostet die, die man liebt, und der, der ankommt, hat nichts zu sagen, was den Toten nützt. Die angegebene Ausgabe zählt 735 Seiten und bleibt hinter dem englischen Original an Umfang knapp zurück, nicht an Härte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.