Was ist Film

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André Bazin · 1958 · Sachbuch, Medienwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Was ist Film?
Autor(en): André Bazin
Originaltitel: Qu'est-ce que le cinéma?
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1958
Schlagwörter: Wirklichkeit, Schärfentiefe, Schnitt, Ontologie
Sachgebiete: Sachbuch, Medienwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Alexander Verlag


Umfang dieser Ausgabe: 416 Seiten
ISBN: 9783895813160
Verweise


Was ist Film? (französisch Qu'est-ce que le cinéma?) versammelt die Aufsätze André Bazins aus den Jahren 1945 bis 1958, in vier Bänden zuerst, deutsch später als Auswahl. Bazin denkt den Film als Mumie der Dauer: das Bild, das die Wirklichkeit nicht zerlegt, sondern dasein lässt, in der Tiefe der Schärfe, im langen Einstellen, im Schnitt, der sich rechtfertigen muss. Das Buch hat der Nachkriegsfilmtheorie die Ontologie gegeben, gegen Eisensteins Montage und für das, was Renoir und Rossellini vom Wirklichen übrigließen.

Inhalt

Bazin geht von der Photographie aus. Das Photo balsamiert den Augenblick; der Film balsamiert die Dauer. Deshalb ist der Realismus keine Stilfrage, sondern eine Treue zum Sein der Dinge, das die Montage zerstört, wenn sie aus Einstellungen Gedanken presst. Die Schärfentiefe bei Welles und Renoir erlaubt dem Blick, in der Szene zu wählen; der Schnitt bei Eisenstein wählt für ihn. Bazin ist nicht gegen jeden Schnitt – er ist gegen den Schnitt, der die Welt durch Bedeutung ersetzt. Neorealismus, Wüste, das Gesicht des Kindes: Die Beispiele sind moralisch, ohne Predigt.

Gegen Arnheims Kunst durch Beschränkung setzt Bazin die Kunst durch Enthüllung. Gegen Wertows ungestelltes Leben setzt er die Inszenierung, die das Leben nicht verrät. Gegen Eisenstein setzt er die Sequenz, in der Zeit vergeht, ohne dass ein Begriff sie stößt. Die »Cahiers du cinéma«, die er mitgründete, haben aus dieser Ontologie eine Politik der Autoren gemacht, die Bazin so nicht geschrieben hat: Truffaut und Godard nahmen den Meister und drehten gegen ihn. Das gehört zur Wirkung, nicht zum Text.

Die Aufsätze sind Gelegenheitsarbeiten eines Kritikers, der jede Woche sah und dachte. Die Einheit stiftet die Frage des Titels. Wer ein System sucht, findet Wiederholungen und Verschiebungen; wer den Film sucht, findet die genaueste Verteidigung des Wirklichen, die das Jahrhundert hervorgebracht hat. Deleuze hat später Bewegungs-Bild und Zeit-Bild an Bazin geschärft, ohne die Mumie zu übernehmen. Kracauer hat parallel die äußere Wirklichkeit gerettet, soziologischer, weniger katholisch. Bazin bleibt der, für den das Bild eine Verheißung ist, nicht nur ein Zeichen.

Einordnung

Bazin hat der Filmtheorie nach 1945 das Gewissen gegeben: Jeder Schnitt ist eine Entscheidung über das Sein. Neben Arnheim, Eisenstein und Wertow steht dieser Band als die Wende zum Wirklichen, ohne die der Neorealismus nur Stil wäre. Die Autorenpolitik der Cahiers hat ihn popularisiert und oft verkürzt; die akademische Theorie hat ihn zum Realisten gemacht, der er nur als Ontologe war. Wer heute lange Einstellung sagt und Achtung meint, spricht Bazin. Wer nur Realismus meint, hat die Mumie der Dauer nicht gelesen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.