Vom Ende einer Geschichte

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Vom Ende einer Geschichte
Autor(en): Julian Barnes
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: btb
Serie:
Erscheinungsjahr: 2011
Seitenanzahl: 192 Seiten
Originaltitel: The Sense of an Ending
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3442745470
ISBN-13/

EAN-Code:

9783442745470
Schlagwörter: Erinnerung, Schuld, Alter, Freundschaft
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Vom Ende einer Geschichte ist der 2011 erschienene Roman von Julian Barnes, im Original The Sense of an Ending, von Gertraude Krueger übersetzt. Ein Pensionär muss lernen, dass die Vergangenheit, mit der er im Reinen war, eine zurechtgebogene Version ist. Barnes erhielt dafür den Bookerpreis; 2015 zählten internationale Kritiker den Band zu den hundert bedeutendsten britischen Romanen. Der englische Titel zitiert eine Studie Frank Kermodes über das Ende als Form. Auf Deutsch sind es hundertzweiundachtzig Seiten, die eine Lebenslüge tragen.

Inhalt

Anthony »Tony« Webster erzählt. Im ersten Teil die Schule: mit Alex und Colin eine Clique, die auf Erwachsene herabsieht. Dazu stößt der frühreife Adrian Finn, dessen Mutter die Familie verlassen hat. Der Geschichtslehrer fragt nach dem Krieg; Adrian antwortet mit einer Kette individueller Verantwortung, die nicht so lang sei, dass jeder die Schuld weiterschieben könne. Tony studiert in Bristol, Adrian in Cambridge. Tony hat die Freundin Veronica, die ihn auf Distanz hält; ein Wochenende bei ihrer Familie demütigt ihn, nur die Mutter ist freundlich und warnt vor der Tochter. Tony trennt sich. Adrian und Veronica schreiben, sie seien zusammen. Tony schickt erst eine kühle Karte, dann einen hässlichen Brief, dessen Wortlaut er später verdrängt; in der Erinnerung hat er nur moralische Skrupel markiert. Nach Amerika erfährt er von Adrians Selbstmord. Er heiratet Margaret, die Ehe bleibt ruhig und wird geschieden. Das weitere Leben bis zur Rente steht auf zwei Seiten.

Im zweiten Teil holt ihn ein Anwalt ein. Veronicas Mutter ist tot und hat Tony fünfhundert Pfund und Adrians Tagebuch hinterlassen. Das Tagebuch hat Veronica; sie gibt eine kopierte Seite heraus, auf der wieder die Verantwortungskette steht und eine Gleichung mit den Buchstaben der Beteiligten und einem rätselhaften b. Sie spielt ihm den Brief zu. Tony liest, was er geschrieben hat, und ist entsetzt: Er hat Adrian an die Mutter verwiesen, hat gehöhnt und verletzt. Die Gezeitenwelle des Severn, die das Wasser rückwärts treibt, wird zum Bild der Erinnerung. Tony sucht Veronica, trifft eine Gruppe Behinderter, begreift mühsam: Einer von ihnen ist Adrians Sohn, nicht mit Veronica gezeugt, sondern mit deren Mutter – das b der Gleichung, baby. Die Kette individueller Verantwortung enthält seinen Buchstaben. Der unvollendete Satz Adrians, der mit Tonys Namen abbricht, ergänzt sich für ihn zu: wenn Tony nicht Tony gewesen wäre.

Tony wünscht sich, Reue in Schuld zurückverwandeln zu können, um Vergebung zu finden, und kann es nicht. Der Roman endet mit großer Unruhe, nicht mit Klarheit. Die Geschichte, deren Ende der Titel verspricht, hat keins, das den Erzähler entlastet.

Einordnung

Barnes hat den schmalen Band wie ein analytisches Drama gebaut: Das Unheil ist geschehen, die Aufklärung treibt den Helden tiefer hinein, ähnlich dem König Ödipus, nur ohne Orakel, mit einem Brief. Kermodes Peripetie sitzt in der Nachricht der Anwältin. Tony ist kein Ungeheuer, sondern der durchschnittliche Mann, der sich die Biographie zurechtlegt, bis sie tragbar ist. Die Kritik hat die erzählerische Ökonomie gelobt; die FAZ sprach von Meisterschaft, die Zeit von einem eleganten, konzentrierten Roman. Nachbarschaft hat er in der britischen Erinnerungsliteratur neben Ian McEwans Abbitte, das eine Kindheitsslüge durch den Krieg und das Schreiben selbst führt. Bei Barnes bleibt der Krieg ein Schulbeispiel, der Schaden privat und spät.

Ritesh Batra verfilmte 2017 mit Jim Broadbent und Charlotte Rampling. Die Kritik fand, der Film habe den Frauen mehr Fleisch gegeben und dafür die Unruhe des Schlusses verschenkt; der Roman endet mit »great unrest«, die Bilder mit Harmonie. Wer den Band für eine Novelle über das Alter hält, hat den Brief nicht gelesen. Wer ihn für einen Krimi um ein Testament hält, hat Tony geglaubt, und genau das will das Buch: dass man ihm glaubt, bis man nicht mehr kann.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

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