V.

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Thomas Pynchon · 1963 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: V.
Autor(en): Thomas Pynchon
Originaltitel: V.
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1963
Schlagwörter: Suche, Verschwörung, Malta, Moderne
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt


Umfang dieser Ausgabe: 528 Seiten
ISBN: 9783499137303
Verweise


V. ist der 1963 erschienene Debütroman von Thomas Pynchon. Herbert Stencil jagt durch das zwanzigste Jahrhundert eine Initiale aus den Papieren des Vaters; Benny Profane treibt durch das New York der fünfziger Jahre und lernt, wie er sagt, nichts. Pynchon hat aus beiden Bewegungen ein erstes großes Buch der amerikanischen Nachkriegsmoderne gemacht: episodisch, gelehrt, komisch, unheimlich, mit mehr Stoff als zehn behäbige Romane. Es bekam den Faulkner-Preis für ein Erstlingswerk und eine Nominierung für den National Book Award. Der Autor selbst blieb unsichtbar; das Buch nicht.

Inhalt

Benny Profane, ehemaliger Matrose, nennt sich einen modernen Schlemihl und lässt sich halten, benutzen, durch die Stadt schaukeln. In Norfolk trifft er Paola, Tochter des Maltesers Fausto Maijstral; er fährt mit ihr nach New York zu der Whole Sick Crew, im Deutschen der ganzen kaputten Bande: Künstler, Schwätzer, Trinker, deren Zeitvertreib das Hin und Her ist, Jo-Jo als Geisteszustand. Profane jagt Alligatoren in der Kanalisation, arbeitet, wenn es sich ergibt, und bindet sich nicht. Die Bande scheint belanglose Bohème und wird verdächtigt, über eine Spielzeugfirma namens Voyodyne Fäden in die Weltpolitik zu legen. Am Ende fragt eine Studentin auf Malta, ob er aus alldem etwas gelernt habe. Profane antwortet, aus dem Stegreif: nicht das Geringste.

Herbert Stencil redet von sich in der dritten Person und sucht V., die in den Aufzeichnungen seines Vaters auftaucht, eines britischen Diplomaten, der 1919 vor Malta mit dem Boot verschwand. Stencil hofft auf die Mutter, findet aber eine Kette von Frauen und Zeichen: 1893 Victoria Wren in Kairo zur Faschoda-Krise; 1894 dieselbe in Florenz um einen versuchten Raub der Venus und einen Anschlag auf ein Konsulat; vor 1914 eine V. in Paris, verliebt in eine junge Tänzerin, die bei einem Opferritual stirbt, das an Strawinskys Sacre rührt; 1919 Veronica Manganese in den Unruhen Maltas; 1922 Vera Merowing in Deutsch-Südwest, Zeugin der Niederschlagung eines Aufstands; zuletzt der Bad Priest, der böse Priester, unter dem Bombardement Maltas 1942, eine Leiche aus Prothesen, Glasauge mit Uhr, Saphir im Nabel, die Kinder auseinandernehmen. V. könnte auch die Ratte Veronica in Manhattans Kanälen sein, die ein Priester bekehren wollte, oder das Land Vheissu. Stencil klärt nichts. Die Initiale bleibt Buchstabe.

Die Kapitel wechseln zwischen Profanes Gegenwart und Stencils Nachstellungen, die selbst schon Berichte von Berichten sind. Stencil ist unzuverlässig; der Name heißt Schablone. Was er findet, ist stencilisiert, in Form gepresst. Parallel laufen Malta, die deutsche Kolonie, Paris, die Kanalratten, der Jazzmusiker McClintic Sphere. Paola trägt einen Elfenbeinkamm, den einst Victoria Wren kaufte. Figuren kreuzen sich, ohne dass daraus eine Lösung würde. Pynchon warnt den Leser, das Erzählte für bare Münze zu nehmen, und verführt ihn doch, Zusammenhänge zu stiften. Die Paranoia der Figuren – alles hängt zusammen – wird zur Leseweise. Wer sich festlegt, hat schon zu viel geglaubt.

Einordnung

V. enthält bereits, was Pynchon später in Die Enden der Parabel und Die Versteigerung von No. 49 ausbauen wird: die Jagd nach einem Zeichen, die Angst, die Welt sei entweder sinnlos oder verdrahtet, und beides wäre unerträglich. Stencil sucht Identität in der Mutter-Chiffre und fürchtet, sie zu finden; Profane akzeptiert das Chaos und bleibt leer. Die Entwicklung V.s von der Liebenden zur Prothese hat man als Entmenschlichung des Jahrhunderts gelesen, als Entzauberung der westlichen Frauengestalt von Gretchen bis zur Ware, als gnostische Spur. Keine dieser Lesarten schließt die anderen. Der New Yorker stellte Stencil 2013 zu Gatsby und Ahab: unwohl in der Welt, unfähig, sie zu ändern.

Die deutsche Erstausgabe übersetzte Dietrich Stössel 1968; Rowohlt übernahm mit Wulf Teichmann, zeitweise mit einem Nachwort von Elfriede Jelinek. Da Pynchon lebt, steht das Werk hier ohne wörtliches Zitat aus späteren Interviews; der eine Satz Profanes gehört dem Buch. Wer nach ihm über Verschwörung und Moderne spricht, spricht hinter dieser Initiale: hinter einer Suche, die nur als Suche Identität hat, und hinter dem Schlemihl, der nichts lernt und damit recht behält.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.