The Oxford History of Western Music

Die Druckversion wird nicht mehr unterstützt und kann Darstellungsfehler aufweisen. Bitte aktualisiere deine Browser-Lesezeichen und verwende stattdessen die Standard-Druckfunktion des Browsers.
Richard Taruskin · 2005 · Sachbuch, Kulturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: The Oxford History of Western Music
Autor(en): Richard Taruskin
Originaltitel: The Oxford History of Western Music
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2005
Schlagwörter: Kanon, Macht, Westen, Erzählung
Sachgebiete: Sachbuch, Kulturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Oxford University Press


Umfang dieser Ausgabe: 4272 Seiten
ISBN: 9780195169799
Verweise


The Oxford History of Western Music ist die 2005 in sechs Bänden erschienene Geschichte der westlichen Musik von Richard Taruskin, die Summe eines Autors, der das 20. Jahrhundert als Historiker und Streiter beschloss. Taruskin erzählt Werke als Taten unter Machtverhältnissen: Mäzene, Nationen, die Moderne als Ideologie, der Kanon als Auswahl, die sich für Natur ausgibt. Das Buch hat der Musikwissenschaft das erzählende Gegenteil zu Dahlhaus’ Grundlagen gegeben: nicht die Frage, was Geschichte sei, sondern die Geschichte selbst, parteiisch und lesbar.

Inhalt

Taruskin beginnt vor dem Gregorianischen Choral und endet in der Gegenwart, mit einer Breite, die Handbücher gewöhnlich auf Autorenstämme verteilen. Die Pointe ist die Weigerung, Technik von Politik zu trennen. Notation ist Herrschaft über den Sänger; die Oper ist Hof und später Markt; die absolute Musik ist eine deutsche These, keine Wesenheit; die Sowjetmusik ist nicht nur Unterdrückung, sondern auch eine Tonsprache unter Zensur. Strawinsky, den Taruskin zuvor monographisch zerlegt hatte, wird hier zum wiederkehrenden Zeugen einer Moderne, die sich folkloristisch, neoklassisch und kalt zugleich gab.

Gegen Rosens Idiom dreier Meister setzt Taruskin die lange Dauer der Institutionen. Gegen Dahlhaus’ Eigengesetzlichkeit der Form setzt er die Behauptung, Formen seien Strategien. Gegen Schenkers Natur der Tonalität setzt er die Historizität jeder Tonsprache, einschließlich der, die Schenker für ewiggültig hielt. Der Ton ist amerikanisch polemisch, oft gegen die deutsche Tradition, der er zugleich alles verdankt. Wer Glätte sucht, findet Parteinahmen; wer das Argument sucht, findet auf tausenden Seiten dasselbe: Musikgeschichte ist nicht unschuldig.

Die Kritik hat Lücken, Härten, die Enge des »Westens« genannt, den der Titel bekennt. Taruskin hat den Vorwurf oft selbst geführt: Wer Weltmusik will, muss ein anderes Buch schreiben; dieses erzählt die Tradition, die Universitäten den Kanon nannten, und zeigt, wie er gemacht wurde. Die einbändige Kurzfassung hat das Werk in Seminare gebracht; die sechs Bände bleiben der Ort, an dem das 20. Jahrhundert seine Musikwissenschaft als Erzählung abschließt, nicht als Methode.

Einordnung

Taruskin hat dem Fach am Beginn des 21. Jahrhunderts das Epos gegeben, das Adler nicht wollte und Dahlhaus nicht schrieb. Neben der Philosophie der neuen Musik, die Werke als geschichtsphilosophische Urteile liest, steht diese Historie als die, die Urteile als Lagen liest. Rosen bleibt der Hörende, Dahlhaus der Fragende, Taruskin der Erzähler, der Macht nicht für eine spätere Frage hält. Wer seither westliche Musikgeschichte sagt und den Kanon für naturgegeben nimmt, hat diesen Band nicht gelesen. Die Wirkung ist schon die der Streitigkeiten, die er hinterließ: über Strawinsky, über die authentische Aufführung, über den Westen als Provinz, die sich Welt nannte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.