Stine

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Theodor Fontane · 1890 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Stine
Autor(en): Theodor Fontane
Originaltitel: Stine
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1890
Schlagwörter: Berlin, Stand, Liebe, Freitod
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 124 Seiten
ISBN: 9783150076934
Verweise


Stine ist ein Roman von Theodor Fontane, 1889 und 1890 in der Wochenschrift Deutschland vorabgedruckt, im April 1890 als Buch im Verlag des Sohnes Friedrich. Im Berlin der Gründerzeit liebt ein kränklicher Graf ein „ordentliches Mädchen“ aus der Invalidenstraße und tötet sich, als die Heirat am Stand und an ihrer Klugheit scheitert. Fontane schrieb parallel zu Irrungen, Wirrungen und nannte Stine harmloser, zugleich an entscheidender Stelle energischer. Zeitgenossen verglichen und zogen Lene vor; der Autor selbst wusste, dass die Titelheldin hinter der Schwester zurücktritt. Das Buch bleibt das schärfere Gegenstück: dieselbe Mesalliance, ein Grab statt einer standesgemäßen Ehe.

Inhalt

Pauline Pittelkow, Witwe Anfang dreißig, Geliebte des alten Grafen Haldern, den die Runde Sarastro nennt, wohnt in der Invalidenstraße, zwei Stock unter der Schwester Ernestine Rehbein, genannt Stine. Pauline hat zwei Kinder von verschiedenen Vätern, berlinert, kocht und explodiert. Zu einem Abend bittet der Graf den Neffen Waldemar und den Baron mit, den sie Papageno rufen; auch die Schauspielerin Wanda Grützmacher und Stine sollen dabeisein. Bei Kartoffelkomödie, Liedern und Zoten hält Stine sich zurück; Waldemar sieht sie an. Zwei Tage später steht er vor ihrer Tür. Stine, blond, leicht gerötet um die Augen, sagt, ein Leben wie das der Schwester schrecke sie; sie wolle lieber im Spital sterben als alte Herren um sich haben. Waldemar will nicht kaufen, er will Menschlichkeit, die er bei Stiefmutter, Regiment und Kriegsverwundung nicht fand.

Er besucht sie regelmäßig. Pauline warnt: Wenn das Herz mitspiele, ende es schlimm. Waldemar beschließt, Stine zu heiraten und nach Amerika zu gehen, und sucht den Onkel als Fürsprecher. Sarastro, in der Theorie frei, in der Praxis standesängstlich, versagt die Zustimmung und schiebt Pauline die Schuld zu, bis er erkennt, dass Stine rein und Pauline dagegen war. Man will Stine aus der Stadt schaffen. Waldemar hält um sie an. Stine liebt ihn und lehnt ab: Er sei zu schwach für ein Arbeitsleben, die Vorzüge des Adels würden ihn einholen, die Liebe reiche nicht. Fontane gibt ihr die nüchterne Rechnung, die Waldemar romantisch nicht aufmachen kann.

Waldemar schreibt zwei Abschiedsbriefe, an den Onkel und an Stine, und wählt nicht den Revolver, der ihn an die Kriegsverletzung erinnerte, sondern einen unstandesgemäßen Tod. Stine fährt zur Beerdigung nach Groß-Haldern und kehrt fiebrig heim. Die Vermieterin Emilie Polzin, die den Roman als neugieriger Chor begleitet hat, sagt dem Mann: Heil? Die werde nicht wieder. Fontane schließt ohne Moralpredigt. Pauline, rau und seelengut, fängt die Schwester auf. Die Invalidenstraße – Bahnhöfe, Invalidenfriedhof, Kasernen, Fabriken – färbt auf die kränkelnde Empfindsamkeit ab, in die Waldemar Stine gezogen hat. Die Hauptperson, schrieb Fontane, sei nicht Stine, sondern die Pittelkow und der alte Graf.

Einordnung

Stine musste sich neben Irrungen, Wirrungen behaupten und verlor den Vergleich bei Lesern, die Breite und Lene suchten. Fontane hat das gewusst und die Porträtierung der Nebenfiguren für wichtiger erklärt als die Geschichte. Pauline ist Berliner Kolorit ohne Verklärung: Temperament, Geltungssucht, Pflege des kranken Mannes bis zum letzten Groschen. Sarastro spielt mit Abhängigen und erschrickt, als der Neffe Ernst macht. Die Sprache wechselt Register, vom Salonwitz zur Invalidenstraße.

Neben Effi Briest und dem Berliner Schwesterroman ist Stine das kürzere, tödlichere Buch: keine Ehe, die die falsche bleibt, sondern ein Freitod, der die Ordnung bestätigt, indem er sie nicht bricht. Wer Fontane nur aus der Schule kennt, kennt Effi; wer die Stadt und den Stand ohne Schloss will, findet die Pittelkow. Reclam hält die 124 Seiten mit Nachwort. Das Skandalon von 1890, die Kleinbürgerin als ebenbürtige Stimme, ist heute die Genauigkeit, mit der Fontane ein Haus in der Invalidenstraße zum Gesellschaftsroman macht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.