Irrungen, Wirrungen
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Irrungen, Wirrungen |
| Autor(en): | Theodor Fontane |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1888 |
| Seitenanzahl: | 211 Seiten |
| Originaltitel: | Irrungen, Wirrungen |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3150196019 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150196014 |
| Schlagwörter: | Stand, Berlin, Liebe, Trennung |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Irrungen, Wirrungen ist ein Roman von Theodor Fontane, 1887 in der Vossischen Zeitung erschienen und 1888 als Buch. Er erzählt eine Liebe zwischen einem Offizier und einer Näherin im Berlin der achtziger Jahre und führt sie in die Trennung, die der Stand verlangt. Fontane gibt keiner Seite recht und keiner unrecht; er zeigt, wie Zärtlichkeit und Anstand denselben Satz sprechen: Es geht nicht. Das Buch ist kürzer und härter als Effi Briest, ohne Duell und ohne Grab, nur mit einer Heirat, die die richtige ist und die falsche bleibt. Berlin ist nicht Kulisse, sondern die Ordnung selbst, vom Dörrschen Garten bis zur Kasernenstraße.
Inhalt
Botho von Rienäcker, Leutnant von Adel und ohne Vermögen, liebt Lene Nimptsch, die bei der alten Frau Nimptsch in einem Gartenhaus am Stadtrand wohnt und als Plätterin arbeitet. Die beiden verbringen den Sommer in Ausflügen nach Stralau und ins Freie vor der Stadt, in Gesprächen, die Fontane so genau setzt, dass das Glück ohne große Landschaft auskommt. Lene ist klar, stolz und ohne Illusion über den Ausgang; Botho ist zärtlich und weiß trotzdem, dass er eine reiche Cousine heiraten muss, weil das Gut der Familie sonst verfällt. Um sie herum stehen die Nachbarin Frau Dörr, der Gärtner und eine Berliner Kleinwelt, die Fontane nicht als Folklore ausstellt. Er lässt das Paar ernst sein, nicht heimlich komisch.
Bothos Onkel und die Gläubiger drängen. Er trennt sich von Lene in einem Gespräch, das höflich und endgültig ist; sie nimmt die Trennung an, ohne zu klagen, und verlangt nur, dass er nicht nach ihr suchen soll, wenn er gebunden ist. Botho heiratet Käthe von Sellenthin, eine heitere, reiche, oberflächlich redende Frau, mit der das Leben leicht und leer wird. Lene heiratet den redlichen, älteren Gideon Franke, einen Mann aus ihrem Stand, der von der früheren Liebe weiß und sie nicht als Makel behandelt. Beide Ehen sind standesgemäß. Fontane zeigt Botho, wie er Lenes Briefe verbrennt und doch an einer Ecke Berlins vorbeikommt, die nach ihr schmeckt.
Jahre später begegnen sie sich nicht mehr als Paar. Botho hört von Lenes Leben, sieht ihren Namen, versteht, dass die Ordnung gehalten hat und dass gerade das die Wunde ist. Käthe bleibt liebenswürdig und fremd; Gideon bleibt anständig. Der Roman schließt ohne Versöhnung und ohne Skandal. Was irrte, war nicht die Liebe, sondern die Hoffnung, sie könne den Stand überdauern. Fontane hat dem Offizier erlaubt, sich zu schämen, ohne ihn zu verwerfen, und der Näherin die Würde gelassen, die die Gesellschaft ihr sonst nimmt.
Einordnung
Der Roman galt manchen Zeitgenossen als anstößig, weil eine Plätterin als ebenbürtige Figur sprach und ein Leutnant schwach wurde, ohne zu fallen. Fontane hat den Berliner Gesellschaftsroman auf die Mischung der Stände gestellt: nicht die Mesalliance als Sensation, sondern als Alltag, der unterbunden wird. Neben Effi Briest und Der Stechlin ist Irrungen, Wirrungen das Buch der Stadt, nicht der Mark; die Spree ersetzt den See. Die Sprache ist knapp, dialogisch, voller Berliner Redensarten, die Fontane nicht als buntes Stadtbild ausstellt, sondern als Denken.
Spätere Leser haben Lene zur Heldin einer standesüberschreitenden Liebe gemacht; der Text ist kühler. Er zeigt zwei richtige Ehen und eine verlorene Wahrheit dazwischen. Verfilmungen und Schullektüren haben daraus oft eine Moral gezogen, die Fontane nicht predigt. Wer nach ihm über Klasse und Zärtlichkeit in Berlin spricht, spricht hinter diesem schmalen Band. Die Irrung liegt nicht im Gefühl, die Wirrung nicht in der Schuld, sondern in einer Gesellschaft, die beides kennen und trotzdem trennen kann.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
