Soziale Systeme

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Soziale Systeme
Autor(en): Niklas Luhmann
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 1984
Seitenanzahl: 674 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3518282662
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518282663
Schlagwörter: Kommunikation, Selbstherstellung, Sinn, System
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Rezensionen
Umschlag

Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie ist das 1984 erschienene Hauptwerk von Niklas Luhmann. Die Gesellschaft besteht nicht aus Menschen, sondern aus Kommunikationen, die sich selbst fortsetzen.

Inhalt

Luhmann bricht mit der Vorstellung, ein soziales System sei die Summe seiner Mitglieder. Menschen sind Umwelt des Systems, nicht seine Teile. Was das System ausmacht, ist Kommunikation: die Einheit von Mitteilung, Information und Verstehen, die an vorherige Kommunikation anschließt oder abbricht. Sinn ist das Medium, in dem das geschieht – die laufende Unterscheidung von aktuell und möglich. Wer handelt, erscheint im System nur, soweit Handeln zugerechnet wird. Die Person ist eine Adresse, keine Substanz.

Den Bau dieser Systeme beschreibt Luhmann mit einem Begriff aus der Biologie: Autopoiesis, die Selbstherstellung des Systems aus eigenen Operationen. Ein soziales System erzeugt die Elemente, aus denen es besteht, selbst; es kann nicht von außen gefüllt werden wie ein Gefäß. Es erhält sich, indem es eine Grenze zur Umwelt zieht und nur nach eigenen Unterscheidungen reagiert. Recht, Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Intimität: jedes Teilsystem beobachtet die Welt nach einem eigenen Schnitt – Recht/Unrecht, Zahlen/Nichtzahlen – und bleibt für die anderen undurchsichtig. Komplexität wird nicht bewältigt, indem jemand das Ganze überblickt, sondern indem Systeme füreinander Umwelt bleiben.

Das Buch ist ein Grundriss, keine Anwendung. Es schreibt dicht, ohne Beispiele aus der Zeitung, mit Anschlüssen an Husserl, Parsons, Spencer-Brown. Wer eine Anweisung sucht, findet eine Architektur. Die späteren Bände zur Gesellschaft, zum Recht, zur Kunst, zur Religion haben dieses Gerüst gefüllt. Hier steht die Behauptung, von der alles Weitere abhängt: dass Soziologie die Gesellschaft beschreiben kann, ohne den Menschen in die Mitte zu setzen – und gerade dadurch sieht, was Menschen mit ihr tun.

Einordnung

Gegen Jürgen HabermasTheorie des kommunikativen Handelns, die Verständigung zum Kern der Gesellschaft macht, setzt Luhmann die Kommunikation ohne Ziel: Sie läuft, oder sie läuft nicht. Die westdeutsche Soziologie spaltete sich an diesem Gegensatz. Luhmann wurde zum Klassiker und zum Jargon; wer ihn nur als Maschinenbauer der Systeme liest, unterschlägt, dass Sinn bei ihm die Welt offenhält, nicht schließt. Hartmut Rosas Resonanz sucht später wieder die Weltbeziehung, die Luhmann aus der Theorie genommen hat. Das Buch von 1984 bleibt die kühlste Auskunft darüber, warum niemand die Gesellschaft steuert – und warum sie trotzdem weitergeht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.