Theorie des kommunikativen Handelns

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Theorie des kommunikativen Handelns
Autor(en): Jürgen Habermas
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 1981
Seitenanzahl: 1216 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3518287753
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518287750
Schlagwörter: Verständigung, Lebenswelt, System, Diskurs
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Theorie des kommunikativen Handelns ist das 1981 in zwei Bänden erschienene Hauptwerk von Jürgen Habermas. Nicht die Zwecktätigkeit des Einzelnen trägt die Gesellschaft, sondern die Verständigung, in der Geltungsansprüche erhoben und geprüft werden.

Inhalt

Habermas unterscheidet zwei Weisen zu handeln. Wer strategisch handelt, benutzt den anderen als Mittel. Wer kommunikativ handelt, sucht Einverständnis über etwas in der Welt: ob eine Aussage stimmt, ob eine Norm gilt, ob man aufrichtig spricht. Wahrheit, Richtigkeit, Wahrhaftigkeit – diese drei Ansprüche stecken in der alltäglichen Rede, auch wo niemand sie beim Namen nennt. Der Diskurs ist die Situation, in der sie ausdrücklich werden: unter Bedingungen, die Gewalt und Täuschung ausschließen sollen. Rationalität liegt nicht in der Berechnung des Erfolgs, sondern in der Kraft des besseren Arguments.

Der zweite Schritt koppelt Handlung und Gesellschaft. Die Lebenswelt ist der Horizont geteilter Gewissheiten, aus dem die Verständigung schöpft: Sprache, Sitte, Solidarität. Davon lösen sich Systeme – Wirtschaft und Verwaltung –, die über Geld und Macht steuern, ohne dass verstanden werden muss. Die Moderne entkoppelt beides. Das Unglück beginnt, wo das System die Lebenswelt überwuchert: wo Familie, Öffentlichkeit, Schule nach den Imperativen von Markt und Bürokratie umgebaut werden. Habermas nennt das die Kolonialisierung der Lebenswelt. Pathologien der Moderne sind von hier aus keine bloßen Kosten des Fortschritts, sondern Folgen einer Verschiebung, in der Verständigung durch Steuerung ersetzt wird.

Der Weg dorthin führt über Max Weber, George Herbert Mead, Émile Durkheim, Talcott Parsons und über Max Horkheimers und Theodor W. Adornos Dialektik der Aufklärung. Habermas will die Kritische Theorie retten, indem er die Vernunft aus der Zwecktätigkeit löst und in die Sprache legt. Webers Rationalisierung wird zweigeteilt: die der Systeme, die erstarrt, und die der Lebenswelt, die sich aufklären lässt. Der zweite Band endet nicht mit einer Utopie. Er endet mit der Aufgabe einer kritischen Gesellschaftstheorie, die beide Ebenen zusammenhält, ohne die eine auf die andere zu reduzieren.

Einordnung

Das Buch hat die Sozialphilosophie nach 1968 umgestellt: weg vom Subjekt, das die Welt setzt, hin zur Rede, die Geltung prüft. Es steht gegen die Dialektik der Aufklärung, deren Vernunftkritik Habermas für zu pauschal hält, und gegen Luhmanns Systeme, denen die Verständigung fehlt. Die Kritik nennt den Diskurs weltfremd, die Lebenswelt zu harmonisch, die Trennung von System und Lebenswelt zu glatt. Geblieben ist die Figur, mit der sich Macht in der Sprache aufsuchen lässt – und die Behauptung, dass Moderne nicht nur Gehäuse ist. Wer nach 1981 von Öffentlichkeit spricht, spricht oft mit dem früheren Strukturwandel der Öffentlichkeit; wer von Vernunft spricht, ohne sie der Herrschaft zu überlassen, spricht mit diesem Buch.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.