Schiffbruch mit Tiger
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Schiffbruch mit Tiger |
| Autor(en): | Yann Martel |
| Originaltitel: | Life of Pi |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2001 |
| Schlagwörter: | Schiffbruch, Tiger, Glaube, Überleben |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 384 Seiten |
| ISBN: | 9783596156658 |
| Verweise | |
Schiffbruch mit Tiger ist der 2001 erschienene Roman von Yann Martel, im Original Life of Pi. Der Sohn eines indischen Zoodirektors treibt nach einem Untergang 227 Tage mit einem bengalischen Tiger im Rettungsboot und erzählt später zwei Versionen derselben Zeit. Martel, Kanadier, hat den Abenteuerroman mit einer theologischen Pointe versehen: Welche Geschichte man für wahr hält, sagt etwas über Gott. 2002 erhielt das Buch den Bookerpreis, 2004 den Deutschen Bücherpreis; Ang Lee verfilmte es 2012. Die deutsche Übersetzung von Manfred Allié und Gabriele Kempf-Allié erschien 2003 bei S. Fischer.
Inhalt
Piscine Molitor Patel, genannt Pi, wächst in Pondicherry am Zoo seines Vaters auf, wird Hindu, lässt sich taufen und nimmt den Islam als dritte Religion an, zur Verzweiflung der erwachsenen Hüter je einer Wahrheit. Die Familie wandert aus wirtschaftlichen Gründen nach Kanada aus und verlädt Tiere auf einen japanischen Frachter. Ein Sturm versenkt das Schiff. Im Rettungsboot überleben Pi, ein Zebra mit gebrochenem Bein, ein Orang-Utan, eine Hyäne und der Tiger Richard Parker, der seinen Namen einem Verwaltungsfehler verdankt. Die Hyäne frisst das Zebra, dann den Affen; der Tiger, seekrank unter der Persenning, tötet die Hyäne. Pi baut aus Rudern und Schwimmwesten ein Floß, angelt, nutzt die Seekrankheit des Tigers und füttert ihn, bis aus Feinden eine Abhängigkeit wird.
Monate vergehen. Pi erblindet vorübergehend; ein französischer Schiffbrüchiger erscheint, gesteht Morde, greift Pi an und wird vom Tiger gefressen. Eine Insel aus Algen, voller Erdmännchen und Süßwasser, rettet beide, bis Pi merkt, dass die Pflanzen nachts Fleisch fressen, und sie fahren weiter. Nach 227 Tagen stranden sie an der mexikanischen Küste; Richard Parker verschwindet im Wald, ohne sich umzusehen. Im Hospital befragen zwei Beamte des japanischen Verkehrsministeriums Pi zum Untergang. Die Tiergeschichte halten sie für unglaubwürdig. Pi erzählt eine zweite: Im Boot waren ein französischer Koch, ein Matrose mit gebrochenem Bein und Pis Mutter. Der Koch amputiert, isst den Sterbenden, tötet die Mutter; Pi tötet den Koch und bleibt mit Einsamkeit und Gebet zurück, ohne Tiger.
Pi lässt den Zuhörer – und den Autor, dem der erwachsene Pi die Geschichte anvertraut – wählen, welche Fassung die bessere sei. Der Autor hält die mit den Tieren für die schönere; Pi antwortet, so sei es auch mit Gott. Die Rahmenhandlung, in der ein Schriftsteller den erwachsenen Pi in Kanada aufsucht, macht aus dem Überlebensbericht eine Erzählung über das Erzählen: Jeder Bericht wird Geschichte, und die Wahrheit, die Beamte wollen, ist selbst eine Form. Der Name Richard Parker verweist auf Schiffbrüche der Literatur und des Rechts, in denen Menschen gegessen und so genannt wurden. Martel stellt das Wissen neben die Fabel, ohne die Fabel zu widerrufen, und lässt offen, ob Mitleid mit Tieren leichter fällt als mit Menschen.
Einordnung
Martel hat einen Roman geschrieben, der Andacht und Zynismus zugleich bedient: Man kann ihn als Preislied auf den Glauben lesen oder als Nachweis, dass Glaube die erträglichere Lüge ist. Ilija Trojanow tadelte in der NZZ eine leere nachmoderne Religiosität; Ulrich Sonnenschein in der Frankfurter Rundschau sah eine philosophische Basis, die dem Leser die Wahl lässt zwischen Symbol, Wunder und hartem Kern. Die zoologischen und nautischen Passagen sind genau genug, um das Rettungsboot zu tragen, und lang genug, um Geduld zu verlangen. Die zweite Geschichte ist die dunklere und erklärt, warum man die erste erzählt.
Ang Lees Film hat die Bilder geliefert, die das Buch in die Breite gebracht haben: der Tiger, die See, die Insel. Er kann die zwei Versionen zeigen, nicht aber ersetzen, was nur der Satz leistet: dass man sich für eine Geschichte entscheidet. Neben älteren Schiffbrucherzählungen – von Poe bis zum Fall Dudley und Stephens – steht Martel als Autor, der den Kannibalismus nicht ausstellt, sondern in Tiere übersetzt und die Übersetzung kenntlich macht. Das Bookerkomitee hat die Unruhe nach der letzten Wendung für Literatur gehalten. Die angegebene Fischer-Taschenbuchausgabe zählt 384 Seiten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
