Autor:Yann Martel

1963

Yann Martel (geb. 1963), in Salamanca geboren und in Kanada aufgewachsen, hat den Abenteuerroman mit einer theologischen Pointe versehen: Welche Geschichte man für wahr hält, sagt etwas über Gott. Schiffbruch mit Tiger treibt den Sohn eines indischen Zoodirektors 227 Tage mit einem bengalischen Tiger im Rettungsboot; später erzählt Pi zwei Versionen derselben Zeit, und die mit den Tieren ist die schönere.

Leben

Eltern im diplomatischen Dienst, Kindheit an wechselnden Orten, Philosophie in Kanada, Reisen, das Schreiben als Beruf nach frühen, weniger gelesenen Büchern. Der Umweg war diese Unruhe: Martel hat den Schiffbruch nicht als Reportage angelegt, sondern als Erzählung über das Erzählen, mit zoologischer und nautischer Genauigkeit genug, um das Boot zu tragen. 2001 erschien Life of Pi, 2002 der Bookerpreis, 2004 der Deutsche Bücherpreis; Ang Lee verfilmte 2012. Er lebt in Montreal, als Autor eines Buches, das Andacht und Zynismus zugleich bedient.

Wirkung

Martel hat den Kannibalismus nicht ausgestellt, sondern in Tiere übersetzt und die Übersetzung kenntlich gemacht. Zebra, Orang-Utan, Hyäne, Tiger Richard Parker: Die erste Geschichte ist die erträglichere; die zweite, im Hospital vor japanischen Beamten, enthält den Koch, den Matrosen, die Mutter. Pi lässt wählen, welche Fassung die bessere sei, und setzt hinzu, so sei es auch mit Gott. Neben älteren Schiffbrucherzählungen steht er als Autor, der das Wissen neben die Fabel stellt, ohne die Fabel zu widerrufen. Man kann das Buch als Preislied auf den Glauben lesen oder als Nachweis, dass Glaube die erträglichere Lüge ist.

Ilija Trojanow tadelte eine leere Religiosität nach der Moderne; andere sahen die philosophische Basis, die dem Leser die Wahl lässt. Der Film hat die Bilder geliefert, die das Buch in die Breite gebracht haben, und kann die zwei Versionen zeigen, nicht aber ersetzen, was nur der Satz leistet: dass man sich für eine Geschichte entscheidet. Wer nur den Tiger behält, hat die zweite Erzählung nicht gehört. Wer nur die Entlarvung will, unterschlägt, dass Pi die schönere Geschichte mit Gott vergleicht und den Zuhörer dabei nicht zwingt.

Werke

In Auswahl außerdem: Beatrice und Virgil, Die Hohen Berge Portugals.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.