Sakrileg

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Dan Brown · 2003 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Sakrileg
Autor(en): Dan Brown
Originaltitel: The Da Vinci Code
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2003
Schlagwörter: Verschwörung, Kirche, Thriller, Markt
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Bastei Lübbe


Umfang dieser Ausgabe: 608 Seiten
ISBN: 9783785721520
Verweise


Sakrileg ist der 2003 unter dem Titel The Da Vinci Code erschienene Thriller von Dan Brown; die deutsche Ausgabe von Lübbe machte den Titel zum Sakrileg und den Band zum Verkaufserfolg, der Buchhandlungen, Flughäfen und Leserinnen und Leser erreichte, die sonst keinen historischen Krimi kauften. Ein Harvard-Symbologe und eine Kryptologin verfolgen in Paris und London eine Spur, die das Abendmahl, den Gral und die Kirche in eine Verschwörung zieht. Das Buch hat mehr Exemplare verkauft als die meisten Romane, die in Seminaren stehen, und weniger davon in den Kanon geholt. Genau das ist sein literaturgeschichtlicher Ort: der Markt als Instanz, die Sichtbarkeit herstellt, ohne Dauer zu verbürgen.

Inhalt

Robert Langdon wird nachts in den Louvre gerufen, weil ein Kurator tot ist und mit dem eigenen Blut Zeichen hinterlassen hat. An seiner Seite erscheint Sophie Neveu; gemeinsam lesen sie Bilder, Anagramme, Bodenplatten und die Geometrie, die Brown dem Abendmahl Leonardo da Vincis unterlegt. Die Handlung ist eine Flucht mit Rätseln: jede Station löst eine Formel, jede Formel öffnet eine Tür, hinter der die nächste Station wartet. Der Gral ist keine Schale, sondern eine Blutlinie; Maria Magdalena wird zur Gattin, die Kirche zur Hüterin eines Geheimnisses, das die Macht der Männer schützen soll. Brown erzählt das als Enthüllung, nicht als Theologie. Die Sätze sind kurz, die Kapitel kürzer, der Absatz endet, wo der nächste Kauf von Aufmerksamkeit fällig ist.

Die Gegenspieler kommen aus einer geistlichen Militanz, die das Buch als Opus Dei zeichnet, und aus einer gelehrten Bruderschaft, die das Geheimnis bewahren will. Weder die eine noch die andere Seite trägt eine innere Geschichte; sie tragen Funktionen. Das ist kein Vorwurf, der den Thriller erledigt, es ist sein Bau. Gegen den historischen Roman, der Milieu und Zweifel ausbreitet, setzt Brown die Behauptung, unter der bekannten Kultur liege eine zweite, und wer die Zeichen lese, habe sie. Die Fußnoten fehlen, die Gewissheit bleibt. Leserinnen und Leser haben das als Gelehrsamkeit genommen oder als Spiel. Beides war vorgesehen. Der Louvre, Saint-Sulpice, Westminster: Schauplätze, die man besuchen kann, nachdem man gelesen hat, und die das Buch in die Reise verwandeln.

Was das Werk trägt, ist nicht die Lösung – sie ist nach wenigen hundert Seiten da und in den Gesprächen der Jahre danach verraten –, sondern das Versprechen, dass Bildung ein Code sei. Wer Bilder kennt, wer ein bisschen Latein hat, wer in der Kirche war, darf mitspielen. Das ist demokratischer als der Kanon, der Vorbildung verlangt, und grober als die Philologie, die Quellen prüft. Die Kritik hat Fehler in Kunstgeschichte und Kirchengeschichte gezählt; das Publikum hat weitergeblättert. Der Film mit Tom Hanks hat die Bilder geliefert, die der Roman beschreibt. Zusammen haben sie eine Weise des Lesens befestigt, in der das Museum zur Bühne wird und die Vergangenheit zur Verschwörung, die auf den Leser gewartet hat.

Einordnung

Sakrileg hat den Thriller der Jahrtausendwende auf die religiöse Spur gesetzt und eine Debatte ausgelöst, die das Buch theologischer nahm, als es gebaut ist. Kirchen haben widersprochen, Historiker haben berichtigt, andere Romane haben das Muster kopiert. In die Schule, in die Listen, die Kanon meinen, ist es nicht eingewandert; in die Sichtbarkeit der Literatur ist es tiefer eingedrungen als mancher Preisträger. Neben Der Alchimist und den Kathedralenromanen Ken Folletts gehört es zu den Bänden, an denen sich zeigen lässt, dass der Markt eine andere Dauer hat als der Unterricht. Wer nach diesem Buch nur über Verschwörungen spricht, hat den Code nicht gelesen, der hier zählt: die Fähigkeit, Millionen zu einer gemeinsamen Nachtlektüre zu machen, ohne sie zu einer gemeinsamen Bildung zu machen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.