Ordnungen des Säkularen

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Talal Asad · 2003 · Sachbuch, Religionswissenschaft
Das Werk
Deutscher Titel: Ordnungen des Säkularen
Autor(en): Talal Asad
Originaltitel: Formations of the Secular
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2003
Schlagwörter: Säkularität, Religion, Körper, Moderne
Sachgebiete: Sachbuch, Religionswissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Konstanz University Press


Umfang dieser Ausgabe: 325 Seiten
ISBN: 9783862530687
Verweise

Ordnungen des Säkularen erschien 2003 als Formations of the Secular, deutsch 2017 bei der Konstanz University Press. Talal Asad liest Säkularität nicht als Neutralität des Staates, sondern als Machtformation: Sie formt Körper, Schmerzen, das Sagbare – und setzt sich selbst als Vernunft.

Inhalt

Asad widerspricht der Erzählung, in der Religion privat wird und der Staat den öffentlichen Raum leer von Bekenntnis hält. Säkularität hat eine Geschichte: Recht, Mission, Ethnologie, die Kolonialverwaltung ziehen denselben Schnitt, der den Islam als Verspätung der Reformation erscheinen lässt. Der säkulare Körper lernt, Schmerz, Sexualität, Gewalt anders zu tragen als der fromme; das ist Disziplin, nicht Fortschritt als Natur. Europa erfindet sich als das, was Religion hinter sich gelassen hat, und braucht den religiösen Anderen, um diese Erfindung zu halten. Wer Asad nur als Islamwissenschaftler liest, unterschlägt die Theorie des Säkularen. Wer nur Orientalismus kennt, unterschlägt, dass hier der Westen nicht nur den Orient erfindet, sondern sich selbst als Vernunft setzt.

Das Buch ist anthropologisch-philosophisch, langsam, gegen die Glätte. Die Kritik nannte das zu Foucault, zu wenig Empirie. Asad hält an der Genealogie fest, weil ohne sie Religionsfreiheit als naturrechtliche Tatsache erscheint. Die Gefahr ist die Umkehr: Jede Säkularität wird Maske, jede Frömmigkeit Widerstand. Der Band ist enger: Er gilt Formationen, nicht einer Verteidigung des Glaubens.

Die Konstanzer Ausgabe machte den Text für deutschsprachige Seminare der Religionswissenschaft und der Anthropologie zitierbar. Nach 2001 war der englische Titel schon Pflicht. Wer das Buch als Absage an Demokratie liest, hat die Kritik der säkularen Selbstverständlichkeit mit einer Theokratie verwechselt, die Asad nicht predigt.

Einordnung

Ohne dieses Buch bleibt Säkularisierung ein Stufenmodell der Moderne. Asad hat ihr die Machtanalyse gegeben. Wer nach 2003 Religion und Politik trennt, als wäre die Trennung naturgegeben, spricht hinter diesem Band.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.