Noch eine Runde auf dem Karussel. Vom Leben und Sterben

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Noch eine Runde auf dem Karussel. Vom Leben und Sterben
Autor(en): Tiziano Terzani
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Hoffmann und Campe
Serie:
Erscheinungsjahr: 2004
Seitenanzahl: 732 Seiten
Originaltitel: Un altro giro di giostra
Originalsprache: italienisch
ISBN-10: 3455076815
ISBN-13/

EAN-Code:

9783455076813
Schlagwörter: Krankheit, Sterben, Reise, Asien
Sachgebiete: Sachbuch, Essay
Rezensionen
Umschlag

Noch eine Runde auf dem Karussel. Vom Leben und Sterben (italienisch Un altro giro di giostra) ist das 2004 erschienene letzte große Buch von Tiziano Terzani. Der Florentiner, lange Asienkorrespondent des Spiegel, erfährt 1997, dass er Krebs hat, und macht aus der Frist eine Reise zu Ärzten, Heilern, Klöstern und zu sich selbst: westliche Klinik, indische und chinesische Medizin, Meditation, der Blick auf den Tod, der nicht aufgeschoben werden soll. Die deutsche Übersetzung von Bruno Genzler erschien 2005 bei Hoffmann und Campe; Bookpedia behält die Schreibung mit einem s im Karussel, unter der der Titel gesucht wird. Terzani starb 2004 in Orsigna. Das Buch ist Bericht und Abschied, ohne Erbauung.

Inhalt

Terzani schreibt gegen zwei Weigerungen: gegen die westliche Medizin, die den Tod nur als Scheitern der Therapie kennt, und gegen die östliche Tröstung, die Krankheit in Schicksal oder Karma auflöst, bevor der Sterbende gefragt wurde. Er lässt sich behandeln, er sucht Heiler, er fährt nach Indien, China, in die Wüste, zurück nach Italien, und prüft jede Station mit dem Blick des Reporters, der Jahrzehnte lang Kriege und Umbrüche in Asien beschrieben hat. Die Diagnose ist der Anfang, nicht das Thema: was bleibt vom Leben, wenn die Frist sichtbar wird, und welche Runde auf dem Karussell man noch verlangt, obwohl die Musik schon abstellt. Der Sohn Folco ist Gesprächspartner; die Briefe und Begegnungen halten den Ton zwischen Hartnäckigkeit und Gelassenheit.

Der Band ist lang, weil Terzani nicht kürzen will, was die Krankheit an Zeit stiehlt und an Aufmerksamkeit schenkt. Gegenposition ist jedes Ratgeberbuch über Sterben, das Stufen und Versöhnung verspricht, und jede Reportage, die den eigenen Körper zur letzten Nachricht macht. Terzani kennt beides und weicht aus: er bleibt neugierig, oft eitel, manchmal rührselig, und er merkt es. Die Klinik erscheint als Maschine, die Leben verlängert, ohne zu sagen, wozu; die Heiler erscheinen als andere Maschine, die Sinn verlängert, ohne zu heilen. Dazwischen sucht er eine Haltung, die weder den Kampf um jeden Tag noch die Ergebenheit zur Lehre macht. Wer nur die Asienreise will, findet einen kranken Mann, der dieselben Wege geht, die er gesund als Korrespondent ging. Wer nur die Erleuchtung will, stößt auf den Reporter, der weiter notiert.

Unsicher wird das Buch, wo die Suche zur Inszenierung wird und wo Asien wieder als Heilraum Europas dient – ein Vorwurf, den Terzani selbst kennt, weil er ihn Jahrzehnte lang riskiert hat. Die deutsche Ausgabe hat den Florentiner als Weisheitslehrer gelesen, was den Korrespondenten verdünnt. Die Schreibung Karussel gegen Karussell ist ein Zufall der Überlieferung und hier der Anker des Titels. 732 Seiten sind viel für ein Sterben; sie sind wenig für ein Leben, das Terzani als Sammlung von Runden erzählt, nicht als Linie zum Ende. Das letzte Buch ist kein Testament mit Lehre, sondern die Fortsetzung der Neugier bis an die Grenze, an der die nächste Runde ausbleibt.

Einordnung

Terzanis Abschied hat im deutschen Feuilleton der zweitausender Jahre eine Leserschaft gefunden, die den Asienkorrespondenten erst als Sterbenden ganz wollte. Das Buch steht neben seinen früheren Reportagen aus Vietnam, China und dem Ende der Sowjetunion und neben einer Essayistik des eigenen Todes, die den Körper nicht an die Klinik abtritt. Nachbarschaft hat der Text zu Jean Amérys Hand an sich legen, ohne dessen philosophische Härte: Terzani will bleiben und gehen, beides, und erzählt die Unvereinbarkeit. Wer nach diesem Band über Krebs nur als Kampf spricht, hat die Runde nicht verstanden; wer ihn als Reiseführer zur Weisheit nimmt, hat den Reporter nicht gelesen. Orsigna bleibt der Ort, an dem die Musik aufhört.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.