Logische Untersuchungen

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Edmund Husserl · 1900 · Sachbuch, Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: Logische Untersuchungen
Autor(en): Edmund Husserl


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1900
Schlagwörter: Bedeutung, Intentionalität, Psychologismus, Phänomenologie
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Meiner


Umfang dieser Ausgabe: 1076 Seiten
ISBN: 9783787319442
Verweise
Umschlag

Logische Untersuchungen ist das 1900 und 1901 in zwei Bänden erschienene Werk von Edmund Husserl, mit dem die Phänomenologie öffentlich wurde. Logik ist keine Psychologie; Bedeutungen gelten, auch wenn niemand sie denkt. Husserl, Mathematiker aus Proßnitz, hatte selbst psychologische Begründungen der Logik versucht, ehe ihn Zweifel an ihrer Geltung hinausführten. Der erste Band zerschlägt den Psychologismus, der zweite liefert die Studien zu Ausdruck, Bedeutung, Intentionalität und kategorialer Anschauung. Das Buch zählt, weil es Bewusstsein als Gerichtetheit auf etwas fasst und die Geltung der Logik vom Ablauf im Kopf löst.

Inhalt

Der erste Band, die Prolegomena zur reinen Logik, ist gegen den Psychologismus geschrieben: gegen die Lehre, logische Gesetze seien Gesetze des tatsächlichen Denkens, gewonnen aus Beobachtung innerer Vorgänge. Wären sie das, so wären sie bloße Gewohnheiten, abhängig von der menschlichen Natur, und der Satz vom Widerspruch gälte nur, solange unsere Köpfe so beschaffen sind. Husserl, selbst von der Psychologie herkommend, zerschlägt diese Begründung. Logische Wahrheiten sind ideale Geltungen; ihre Notwendigkeit ist nicht die einer Naturregel. Die reine Logik hat es mit Bedeutungen, Schlüssen, Wahrheiten als solchen zu tun, nicht mit dem Ablauf im Bewusstsein.

Der zweite Band liefert die Detailstudien. Intentionalität, die Gerichtetheit des Bewusstseins auf etwas, wird zum Grundbegriff: Vorstellen, Urteilen, Wünschen sind Weisen, in denen Gegenstände gegeben sind. Husserl unterscheidet Ausdruck und Bedeutung, Erfüllung und Enttäuschung einer Intention, sinnliche und kategoriale Anschauung. Man kann das Allgemeine selbst sehen, nicht nur Einzelnes; das ist keine Platonische Hinterwelt, sondern eine Weise der Gegebenheit. Die Untersuchungen über das Ganze und die Teile, über unabhängige und unselbständige Inhalte, bauen eine Ontologie der Bedeutung, die später die formale Ontologie speist. Sprache ist hier nicht Werkzeug nachträglich, sondern der Ort, an dem Geltung erscheint.

Husserl hat die Untersuchungen später umgearbeitet und durch die transzendentale Phänomenologie der Ideen überholt; die erste Fassung bleibt psychologisch infizierter, als die Prolegomena erlauben wollten, und gerade deshalb lebendig. Die phänomenologische Reduktion, das Einklammern der Daseinssetzung, ist hier noch nicht das Programm. Unsicher bleibt das Verhältnis von idealer Bedeutung und konkretem Akt: Wie die Geltung im Erlebnis einwohnt, ohne in es zu fallen, ist die Spannung, die das Buch trägt und nicht löst. Der Ton ist umständlich, neuschöpfend in der Wortbildung, oft von einer Geduld, die Beispiele in die Länge treibt, bis die Unterscheidung sitzt. Die zweite Auflage hat den zweiten Band verschärft und die Kluft zur späteren Transzendentalphilosophie vergrößert.

Einordnung

Ohne die Logischen Untersuchungen gäbe es Sein und Zeit nicht in dieser Gestalt: Martin Heidegger war Husserls Assistent und hat Intentionalität in Existenz umgeschrieben. Jacques Derrida hat in Die Schrift und die Differenz und der Grammatologie Husserl gegen den Vorrang der Stimme und der lebendigen Gegenwart gelesen. Die Münchner und Göttinger Phänomenologen nahmen den zweiten Band als realistische Ontologie, während Husserl selbst zum transzendentalen Idealismus weiterging; dieser Bruch gehört zur Wirkungsgeschichte. Die Prolegomena wurden zum Schultext gegen den Psychologismus, oft ohne die Untersuchungen, die sie tragen.

Die Kritik nannte den Kampf gegen den Psychologismus überzogen und die Wesensschau dunkel. Geblieben ist die Unterscheidung von Akt und Bedeutung und der Mut, Logik nicht an das Gehirn zu verkaufen. Wer nach 1900 über Bewusstsein spricht, ohne es auf Abläufe zu reduzieren, spricht hinter diesem Werk. Die Meiner-Ausgabe fasst beide Bände seitengleich zur Husserliana; sie macht sichtbar, dass hier ein Mathematiker die Philosophie auf Geltung umstellt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.