Leb wohl, Berlin

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Leb wohl, Berlin
Autor(en): Christopher Isherwood
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Hoffmann und Campe
Serie:
Erscheinungsjahr: 1939
Seitenanzahl: 271 Seiten
Originaltitel: Goodbye to Berlin
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3455650775
ISBN-13/

EAN-Code:

9783455650778
Schlagwörter: Berlin, Kabarett, Weimar, Abschied
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Leb wohl, Berlin ist der Roman von Christopher Isherwood, 1939 bei der Hogarth Press in London erschienen, auf Deutsch nach dem Krieg bei Rowohlt, später neu übersetzt von Kathrin Passig und Gerhard Henschel. Der englische Titel ist ein Abschied, kein Reiseführer. Isherwood hatte seit 1929 in Berlin gelebt, in Pensionen, unter Lehrern, Nutten, Kommunisten und Leuten, die das Kabarett für die Wirklichkeit hielten. Der Erzähler heißt Christoph Isherwood und behauptet, eine Kamera mit offenem Verschluss zu sein. Sechs Stücke, darunter die berühmte Sally-Bowles-Geschichte von 1937, fügen sich zu dem Bild einer Stadt, die tanzt, während die braunen Kolonnen schon üben. 1939, im Jahr der Ausreise nach Amerika, war das Buch bereits Nachruf.

Inhalt

Der Erzähler wohnt bei Fräulein Schroeder, die Zimmer vermietet und die Politik als Unordnung im Haushalt behandelt. Er unterrichtet Englisch, sieht mehr, als er zugibt, und schreibt die anderen auf. Sally Bowles tritt auf: junge Engländerin, grüne Fingernägel, Lieder, die nicht gut sind, Affären, die schlecht enden, ein Charme, der den Ernst nicht kennt, bis der Ernst sie kennt. Sie will auf die Bühne, sie wird schwanger, sie verliert das Kind, sie leiht Geld, sie bleibt leicht, weil Leichtigkeit ihre Disziplin ist. Isherwood liebt sie nicht im Roman, er sieht sie; die Leser haben sie trotzdem geliebt, bis aus ihr die Liza des späteren Musicals wurde.

Daneben stehen andere Leben. Die Familie Landauer, jüdisch, vermögend, hält fest an der Stadt, die sie nicht mehr will; Natalia spricht mit dem Erzähler über Bücher und über das, was man nicht sagt. Peter und Otto, ein Paar aus Abhängigkeit und Gier, zerlegen sich in einer kleinen Wohnung, während draußen die Straßenkämpfe die Bezirke wechseln. In Rügen, im Winter, am Alexanderplatz: Dieselben Figuren, ein kälteres Licht. Der Erzähler geht in Kneipen, in Armenviertel, in die Pension, in der man noch „zu den Juden“ sagt, als wäre das eine Adresse. Die Nationalsozialisten rücken vom Rand in die Mitte, ohne dass ein Kapitel ihnen den Titel überließe. Sie sind das Wetter, das die Fenster schließt.

Am Ende geht Isherwood. Sally schreibt Karten, Fräulein Schroeder versteht die neue Zeit als neue Mieter, die Landauers stehen vor dem, was das Buch 1939 schon wusste und nicht ausmalen musste. Der Abschied ist höflich, fast heiter, und das ist die Härte: Wer lächelnd geht, hat gesehen, dass Sehen nicht reicht. Der Roman sammelt keine Lehre. Er sammelt Stimmen, Zimmer, Lieder, eine Stadt, die aufhört, Weimar zu sein, ohne dass die Bewohner den Satz zu Ende sprechen. Berlin bleibt im Titel, als wäre der Name selbst schon der Nachruf.

Einordnung

Isherwood hat den Berlinroman der späten Weimarer Jahre geschrieben, der nicht Berlin Alexanderplatz ist und nicht Fabian: weniger Masse, mehr Pension, der Blick des Ausländers, der Homosexuellen, der nur andeutet, was später in Christopher und die Seinen offenliegt. Die Kamera lügt; sie wählt den Ausschnitt. Gegenüber Klaus Mann und den Exilchroniken ist Leb wohl, Berlin noch diesseits der Flucht, im letzten Sommer, der keiner mehr war. Das Musical Cabaret und der Film von 1972 haben Sally zur Ikone gemacht und den Erzähler zum Beobachter im Frack; das Buch ist ärmer, genauer, weniger auf Glanz gebürstet, als die Bühne es will.

Wer den Band für ein Fest der zwanziger Jahre hält, hat die Landauers und Otto nicht gelesen. Wer ihn nur als Vorlage kennt, hat Fräulein Schroeder verpasst, die das Reich als Hausordnung begreift. Die Neuübersetzung hat den Ton von 1939 vom Nachkriegsdeutsch befreit. Isherwood geht lächelnd, und Berlin bleibt zurück, als könnte man einer Stadt Lebwohl sagen, bevor sie den Gruß nicht mehr erwidert.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.