Im Schwarm

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Im Schwarm
Autor(en): Byung-Chul Han
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Matthes & Seitz
Serie:
Erscheinungsjahr: 2013
Seitenanzahl: 107 Seiten
Originaltitel: Im Schwarm. Ansichten des Digitalen
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3882210370
ISBN-13/

EAN-Code:

9783882210378
Schlagwörter: Digitale Kommunikation, Öffentlichkeit, Schwarm, Aufmerksamkeit
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Im Schwarm ist das 2013 bei Matthes & Seitz erschienene Buch von Byung-Chul Han, mit dem Untertitel Ansichten des Digitalen. Es behauptet: Die digitale Umwälzung greift tiefer als der Buchdruck, bis in Denken, Empfindung und Haltung, und niemand hat dafür schon eine Anthropologie, eine Ethik, eine Lehre vom Gemeinwesen. Informationen entstehen im Privaten und zielen aufs Private; der öffentliche Raum, in den man früher trug und in dem man erwarb, erodiert. Der Mensch im Netz ist nicht die Masse mit Stimme, sondern der Schwarm: viele, ohne Seele, ohne Verhandlung, schnell im Zorn.

Inhalt

Han unterscheidet Masse und Schwarm. Die Masse der Moderne hatte Richtung, Führer, Versammlung, einen Körper, den man sehen konnte; der Schwarm hat Tendenz ohne Inneres, Empörung ohne Ort, Aufmerksamkeit ohne Respekt. Respekt verlangt Blick und Abstand; die digitale Kommunikation ersetzt beides durch Sichtbarkeit und Reichweite. Wer gesehen werden will, zahlt mit dem Selbst, das zur Nachricht wird. Die Welle öffentlicher Wut – Han beschreibt den Vorgang, ohne das fremde Wort zu brauchen – ist keine Debatte. Sie ist Ansteckung, wie er die Gewalt in der Topologie der Gewalt viral genannt hat.

Der digitale Umbruch verschiebt den Informationsfluss. Früher trat man aus dem Haus in eine Öffentlichkeit, die fremde Sätze bereithielt; heute produziert jeder in der Kammer und sendet in Kammern. Politik, die darauf antwortet, wird zur Stimmungspflege. Han fordert deshalb eine digitale Ethik, die nicht nur Datenschutz meint, sondern die Frage, was aus dem Menschen wird, der nicht mehr hört, weil er ununterbrochen sendet. Schreiben, das bleiben soll, braucht Zeit; das Digitale beschleunigt zur Fläche. Die These ist grob und trifft eine Erfahrung, die 2013 noch neu klang und seither Alltag ist.

Gegenbilder bleiben, wie oft, knapp: Stille, das Hören, der geschlossene Raum, in dem eine Stimme noch Gewicht hat. Das Buch ist eine Folge von Ansichten, kein System. Heidegger und die Medienkritik stehen im Hintergrund, Beispiele aus dem Netz im Vordergrund. Wer eine empirische Studie der Plattformen sucht, findet sie nicht. Wer eine Sprache sucht, in der sich sagen lässt, warum die vielen Stimmen keine Öffentlichkeit ergeben, findet sie hier: Schwarm statt Masse, Aufmerksamkeit statt Respekt, Ansteckung statt Streit.

Einordnung

Im Schwarm hat Hans Zeitdiagnose an den Ort geholt, den die Müdigkeitsgesellschaft noch als Leistungsdruck ohne Gerät beschrieb: den Bildschirm. Matthes & Seitz hat den Band in der kleinen Reihe gehalten, 107 Seiten, lesbar in einem Abend, zitierbar in der Debatte über das Netz. Die Kritik wiederholt den Vorwurf der Glätte: ohne Politik, ohne Ökonomie der Plattformen, ohne die konkrete Herrschaft, die Daten sammelt. Der Name Schwarm ist trotzdem geblieben, weil er eine Erfahrung trifft, die Masse und Publikum nicht mehr decken.

Wer nach 2013 über digitale Öffentlichkeit auf Deutsch sprach, hatte dieses Wort im Ohr, oft ohne den Autor. Wer nur Datenschutz will, hat den anthropologischen Kern nicht gehört: nicht wie man Daten schützt, sondern was aus dem Menschen wird, der nur noch sendet. Neben Marshall McLuhan steht Han als der dunklere, weniger technisch neugierige Leser des Mediums. Das Buch ersetzt keine Medienwissenschaft; es gibt einer Unruhe die Form, die das Feuilleton brauchte, als das Netz noch nach Freiheit roch und schon nach Schwarm schmeckte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.