Höflichkeit

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Höflichkeit
Autor(en): Penelope Brown, Stephen C. Levinson
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Cambridge University Press
Serie:
Erscheinungsjahr: 1987
Seitenanzahl: 345 Seiten
Originaltitel: Politeness. Some Universals in Language Usage
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 0521313554
ISBN-13/

EAN-Code:

9780521313551
Schlagwörter: Höflichkeit, Gesicht, Drohung, Universalie
Sachgebiete: Sachbuch, Sprachwissenschaft
Rezensionen
Umschlag

Höflichkeit (englisch Politeness. Some Universals in Language Usage) ist die 1987 erschienene Untersuchung von Penelope Brown und Stephen C. Levinson, aus einem Arbeitspapier von 1978. Die Autoren behaupten: Gesicht wahren und bedrohen ist universell; die Mittel, mit denen Sprachen das tun, sind es nicht.

Inhalt

Jeder hat Gesicht: den Wunsch, dazuzugehören und geachtet zu werden, und den Wunsch, in Ruhe gelassen zu werden, unbehelligt in seinen Handlungen. Bitten, Widersprechen, Kritisieren, sogar Danken und Loben können beides bedrohen, weil sie in die Freiheit des anderen greifen oder seine Geltung aufs Spiel setzen. Höflichkeit mildert diese Drohung – durch Nähe und Schmeichelei, durch Distanz und Entschuldigung, durch die indirekte Form, die den anderen die Lesart wählen lässt. Sprachen unterscheiden sich in den Mitteln, nicht in der Lage, dass Sprechen soziale Risiken eingeht. Brown und Levinson ordnen die Strategien: unverblümt, wo die Dringlichkeit das Gesicht überwiegt; positiv höflich, wo Gemeinsamkeit betont wird; negativ höflich, wo Freiheit geschont wird; andeutend, wo die Tat gar nicht erst festgenagelt wird. Das Raster ist ethnographisch gewonnen und formal gebaut, aus der Feldarbeit und aus der Pragmatik.

Das Buch setzt ein Modell, das weltweit an Daten geprüft wurde. Man hat es bestätigt, widerlegt, verfeinert, an Japanisch, Chinesisch und an höfischen Sprachen gerieben, die Distanz anders rechnen als das angelsächsische Paar von Nähe und Freiheit. Genau das ist Einfluss: ein Raster, an dem sich die Forschung reibt, statt einer Benimmkunde, die Vorschriften sammelt. Die Autoren schreiben gegen die Vorstellung, Höflichkeit sei Schmuck oder nationale Eigentümlichkeit ohne Kern. Der Kern ist das bedrohte Gesicht; die Eigentümlichkeit sind die Mittel. Robin Lakoff hatte Milderung schon an Geschlecht und Macht gebunden; Brown und Levinson lösen sie ab und setzen sie als anthropologische Konstante, die Macht, Abstand und das Maß der Forderung als drei Größen in die Rechnung aufnimmt. Je größer die Drohung, desto mehr Aufwand der Schonung – sofern der Sprecher schonen will.

Eine Benimmlehre für den richtigen Ton findet man hier nicht. Man findet Strategie, und in der Strategie die Behauptung, dass Höflichkeit rational ist: Sie kostet Wörter und Umwege, weil das soziale Risiko des nackten Satzes teurer wäre. Die Kritik am angelsächsischen Zuschnitt gehört zum Buch, seit es da ist. Wer in Kulturen forscht, in denen das Selbst weniger als unverletzliche Freiheit gedacht wird, sieht in der negativen Höflichkeit eine Provinz, kein Universal. Brown und Levinson haben das Modell trotzdem als Universalie vorgetragen, prüfbar und deshalb angreifbar. Die Stärke ist dieselbe wie die Schwäche: ein Raster, das zu viel erklärt und deshalb zum Widerspruch zwingt.

Einordnung

1987 wurde daraus die maßgebliche Lehre der Höflichkeitsforschung, die Adresse, an der Bitten, Drohen und Entschuldigen seither zuerst gemessen werden, auch von denen, die das Raster ablehnen. Robin Lakoff hatte Geschlecht und Milderung früher verbunden; Brown und Levinson haben das Gesicht universell gesetzt und die Asymmetrie zur Größe in der Formel gemacht, nicht zum Ursprung. Die japanische und die neuere Gesprächsforschung haben gegen die Universalie der negativen Höflichkeit geschrieben und Höflichkeit als Anzeige von Rolle und Ort gelesen, nicht als Reparatur eines bedrohten Selbst. Dan Sperber und Deirdre Wilson hätten dieselbe Indirektheit als Relevanz gelesen, nicht als Schonung. Geblieben ist das Vokabular von Gesicht und Drohung, ohne das die Pragmatik der Bitte kaum noch auskommt, und der Streit, ob der Mensch überall dasselbe zu verlieren hat, wenn jemand den Mund aufmacht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.