Europa ohne Identität
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Europa ohne Identität |
| Autor(en): | Bassam Tibi
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| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1998 |
| Schlagwörter: | Leitkultur, Euro-Islam, Integration, Verfassung |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Politik |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Bertelsmann
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| Umfang dieser Ausgabe: | 350 Seiten |
| ISBN: | 9783570120057 |
| Verweise | |
Europa ohne Identität? Die Krise der multikulturellen Gesellschaft ist das 1998 erschienene Buch von Bassam Tibi. Der in Damaskus geborene Politikwissenschaftler, der in Deutschland lehrte, hat darin den Begriff einer europäischen Leitkultur in Umlauf gebracht – und ihn gegen eine deutsche Folklore des Begriffs verteidigt, die er selbst nicht wollte. Das Buch ist eine Intervention: Europa habe eine zivilisatorische Identität aus Aufklärung und individuellem Recht, oder es habe keine, die Zuwanderung tragen könne.
Inhalt
Tibi unterscheidet Multikulturalismus als Gleichgültigkeit der Herkunftsrechte von einer Integration, die das säkulare Recht zum Vorrang macht. Der Islam erscheint als politische Religion, die in Europa eine Reform braucht, wenn sie unter der Verfassung leben soll: der Euro-Islam als Möglichkeit, nicht als Beschönigung. Gegen Huntingtons Blöcke setzt Tibi keine Harmonie, sondern eine Bedingung. Wer bleibt, nimmt die Verfassung als Maß, nicht als Angebot unter anderen Angeboten.
Leitkultur meint bei ihm nicht Bratwurst und Kirchenlied, sondern die zivilisatorischen Grundregeln, die er für universell und deshalb zumutbar hält. Der Streit, der dem Buch folgte, hat oft genau diese Unterscheidung eingeebnet: aus europäischer Leitkultur wurde deutsche Leitkultur, aus Tibi ein Zeuge einer Politik, die er an anderen Stellen kritisierte. Das Buch selbst bleibt politologisch, wiederholt, appellativ. Es sammelt Argumente, die Tibi in früheren Arbeiten zur Krise des Islams und zur Moderne schon geführt hatte, und richtet sie auf Europa.
Die späteren Auflagen und die erweiterte Neuausgabe haben Flucht, neuen Antisemitismus und die deutsche Debatte nachgetragen. Der Kern von 1998 bleibt: Identität ohne Selbstverleugnung, Toleranz, die nicht das Recht opfert. Wer Tibi nur als Konservativen abtut, unterschlägt, dass er den Islam nicht als fremden Feind, sondern als seine Herkunft denkt, die er reformieren will. Wer ihn nur als Reformer rettet, unterschlägt den scharfen Ton gegen eine Linke, die Herkunft für unantastbar hielt.
Einordnung
Im Essay zur Debatte steht Tibi zwischen Huntington und Kelek: weder Kulturkreis als Schicksal noch Innenreportage, sondern die Verfassung als Vorrang. Said bleibt der Verdacht gegen den Blick; Tibi kehrt den Anspruch um und verlangt vom Einwanderer die europäische Regel. Die Politik hat den Leitkultur-Begriff verbraucht. Das Buch ist davon nicht freigesprochen und nicht erledigt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
