Autor:Dieter Noll

1927 2008
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Dieter Noll (1927–2008), in Riesa geboren, hat der DDR den Umkehrroman ihrer Kriegsjugend geschrieben, bevor die Staatsliteratur ihn zur Schablone machte. Die Abenteuer des Werner Holt schickt einen Gymnasiasten als Flakhelfer und Panzersoldaten durch den Krieg, den er für ein Abenteuer hält; die Umkehr kommt spät, blutig und ohne Trost.

Leben

Jahrgang 1927, Luftwaffenhelfer, Wehrmacht, Gefangenschaft, dann SED, Journalist, der Roman einer Jugend 1960, der Roman einer Heimkehr 1963. Der Umweg ist diese Generation: Wer selbst mitgelaufen ist, macht aus Holt keinen Widerstandskämpfer. Später Kippenberg, der Nationalpreis, die Unterschrift gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns. Noll starb in Zeuthen. Einen dritten Holt-Band hat er nicht geschrieben.

Wirkung

Noll hat Holt nicht bekehrt, sondern enttäuscht, und die Enttäuschung reicht in beide Zonen. Die Szenen der Flak, des Luftangriffs, der Sägemühle und der Panzersperre gehören zum Härtesten, was die deutsche Nachkriegsliteratur über die letzte Jugend des Krieges hat. Zugleich trägt das Buch die Sprache seiner Entstehung: Die Rote Armee erscheint als moralisch intakt, der Westen als Fortsetzung der Väter. In der DDR wurde der erste Band Schullektüre; Joachim Kunerts Film von 1965 hat Klaus-Peter Thiele als Holt festgesetzt.

Im Westen las man Noll lange als Parteiautor; das greift zu kurz, weil Holt am Ende keiner Partei traut, und es greift zu kurz nicht, weil der spätere Noll die Linie stützte. Wer nur den Lehrplan kennt, unterschätzt die Wut auf Wolzow. Wer nur die Wut kennt, unterschätzt, wie sehr Holt selbst mitgelaufen ist. Die Freiheit, die Holt will, bleibt eine Richtung, kein Ort. Aufbau hält den Jugendroman als Taschenbuch.

Werke

In Auswahl außerdem: Kippenberg.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.