Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen

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Gershom Scholem · 1941 · Sachbuch, Geschichte


Das Werk
Deutscher Titel: Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen
Autor(en): Gershom Scholem
Originaltitel: Major Trends in Jewish Mysticism
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1941
Schlagwörter: Kabbala, Mystik, Sabbatianismus, Historie
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Suhrkamp
Erscheinungsort: Major Trends in Jewish Mysticism
Umfang dieser Ausgabe: 490 Seiten
ISBN: 9783518279304
Verweise


Die jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen (englisch Major Trends in Jewish Mysticism) ging 1941 aus Vorlesungen in New York hervor. Gershom Scholem holt die Kabbala aus der Ecke, in die Graetz sie als Aberglauben gestellt hatte: Merkawa, Sohar, Luria, der Sabbatianismus, der Chassidismus werden zur inneren Geschichte des Judentums, nicht zu seiner Krankheit. Das Buch hat der jüdischen Geschichte als Fach das 20. Jahrhundert gegeben, indem es zeigte, dass Vernunft und Gesetz die Mystik nicht erledigen.

Inhalt

Scholem schreibt als Historiker, der die Texte gelesen hat, nicht als Mystiker, der sie nachbetet. Die Hauptströmungen sind Epochen einer unterirdischen Tradition: die Merkawa-Mystik der Spätantike, die spanische Kabbala, Isaak Luria in Safed, Sabbatai Zwi, dessen Abfall zum Islam Scholem als innere Explosion des messianischen Anspruchs liest, endlich der osteuropäische Chassidismus. Gegen Graetz’ Geisteshelden setzt er die Kabbalisten, ohne die das Volk nicht zu verstehen ist. Gegen Bubers chassidische Erzählungen, die das Du wärmen, setzt er die Philologie, die den Mythos kalt macht, damit er wahrnehmbar bleibt. Dubnow hatte die Gemeinde; Scholem hat den Sohar. Baron die Gesellschaft; Scholem das Symbol, das die Gesellschaft trägt, ohne dass sie es weiß.

Wer nur die Rehabilitierung der Mystik sucht, hat die Kapitel über den Sabbatianismus nicht gelesen, in denen Erlösung als Katastrophe vorkommt. Wer nur Jerusalem und den Zionismus des Verfassers sucht, unterschlägt New York 1938, wo die Vorlesungen gehalten wurden, während Europa die Gemeinden vernichtete, deren Unterstrom er rekonstruierte. Yerushalmi wird später das Gedächtnis gegen die Historie kehren; Scholem bleibt der Historiker, der das Gedächtnis der Mystiker erst lesbar machte, indem er es datierte. Die Grenzen liegen in einem Monumentalstil, der Schulen gründet, und in einer Liebe zur Häresie, die das rabbinische Gesetz zur Folie macht. Scholem meinte das Gesetz ernst; er glaubte nur nicht, dass es die ganze Geschichte sei.

Die Wirkung ist die eines Bandes, ohne den jüdische Geschichte nach 1945 eine Geschichte ohne Unterwelt wäre. Die Judaistik hat ihn kanonisiert; die Theologie hat ihn gefürchtet; die Literatur hat den Sabbatianismus als Figur genommen. Freud hatte das Unbewusste des Einzelnen; Scholem das Unbewusste des Volkes, ohne den Satz so zu sagen.

Einordnung

Scholem hat der jüdischen Geschichte die Mystik als Historie hinterlassen. Neben Graetz, der sie verwarf, und Buber, der sie erzählte, steht dieser Band als die Behauptung, dass Kabbala Quellen hat, Daten, Schulen – und dass das Fach sie braucht. Die Wirkung reicht in jede Darstellung des Judentums nach 1941. Wer seither jüdische Geschichte sagt und nur Gesetz und Emanzipation meint, hat Scholem nicht gelesen. Yerushalmis Gedächtnis kommt danach; Hilbergs Behörde steht daneben, ohne ihn zu ersetzen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.