Die Erfindung der Nation

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Die Erfindung der Nation
Autor(en): Benedict Anderson
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Campus
Serie:
Erscheinungsjahr: 1983
Seitenanzahl: 308 Seiten
Originaltitel: Imagined Communities
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3593377292
ISBN-13/

EAN-Code:

9783593377292
Schlagwörter: Nation, Einbildung, Druck, Sprache
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Rezensionen
Umschlag

Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts (englisch Imagined Communities) ist das 1983 erschienene Buch von Benedict Anderson. Die Nation ist eine vorgestellte Gemeinschaft: wirklich in der Einbildung, die Millionen verbindet, die einander nie begegnen.

Inhalt

Anderson fragt nicht, ob Nationen wahr oder falsch sind. Er fragt, wie sie vorstellbar wurden. Der Buchdruck in den Volkssprachen hat Leser geschaffen, die sich als Gleichzeitige erlebten: dieselbe Zeitung, dieselbe Sprache, derselbe Kalender. Das Heilige Reich und das Latein der Gelehrten wichen einer Welt, in der die Muttersprache das größte Wir trug.

Die ersten Nationen, so die Pointe, entstanden nicht in Europa, sondern in den Kreolen Amerikas: Verwaltungsräume, Druck, die Reise des Beamten, der die Kolonie als Einheit kennenlernt und gegen das Mutterland wendet. Später kommen Zensus, Landkarte, Museum – die Werkzeuge, mit denen Staaten Völker zählen, zeichnen und ausstellen.

Das Buch ist knapp, belesen, ohne den Ton der Anklage. Anderson kommt von Südostasien her, nicht von Paris. Gerade die außereuropäische Perspektive, die der deutschen Erstlektüre als Mangel galt, ist der Gewinn: Die Nation ist ein Modell, das gewandert ist, nicht ein Wesen des Abendlandes.

Einordnung

Kaum ein Begriff der achtziger Jahre hat die Forschung so umgedreht. Neben Eric Hobsbawms Arbeit über erfundene Traditionen steht Anderson als der Text, der die Nation weder als Betrug noch als Natur liest, sondern als Form der Einbildung. Die Kritik nannte das zu kulturhaft, zu wenig ökonomisch, zu freundlich zum Nationalismus. Wer ihn nur als Entlarver liest, unterschlägt die Nüchternheit: Vorgestellt heißt nicht unecht. Es heißt, dass Millionen füreinander sterben, ohne sich zu kennen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.