Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde
| Daten zum Buch | |
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| Deutscher Titel: | Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde |
| Autor(en): | Robert Louis Stevenson |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1886 |
| Seitenanzahl: | 108 Seiten |
| Originaltitel: | Strange Case of Dr Jekyll and Mr Hyde |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3150206111 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150206119 |
| Schlagwörter: | Doppelgänger, London, Wissenschaft, Schuld |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde ist die Erzählung von Robert Louis Stevenson, 1886 in London erschienen, kurz nach der Schatzinsel und ganz anders als sie. Ein angesehener Arzt spaltet sich mit einem Mittel in zwei Wesen; das zweite geht nachts durch London und kehrt nicht mehr in die Flasche. Stevenson hat den Doppelgänger nicht als Gespenst auf die Bühne gestellt, sondern als chemisches und moralisches Experiment des viktorianischen Gentleman. Der schmale Band wurde sofort berühmt; die Namen Jekyll und Hyde sind sprichwörtlich geworden, oft ohne dass man die Erzählung noch liest. Sie ist kälter und knapper, als die späteren Filme glauben machen.
Inhalt
Der Anwalt Utterson hört von einem Herrn Hyde, der ein Kind auf der Straße niedergeworfen und sich mit einem Scheck des angesehenen Dr. Henry Jekyll aus der Affäre gezogen hat. Utterson, Jekylls Freund und Testamentsvollstrecker, liest in eben diesem Testament, dass im Todesfall alles an Hyde fallen soll. Er stellt dem kleinen, abstoßenden Mann nach, findet ihn in einer Hintertür von Jekylls Anwesen und lässt sich nicht beruhigen. Jekyll versichert, es sei alles in Ordnung, und zieht sich zurück. Monate später erschlägt Hyde den alten Abgeordneten Sir Danvers Carew; eine Magd hat zugesehen. Hyde verschwindet. Jekyll erscheint erleichtert, gibt vor, die Beziehung gekappt zu haben, und wird wieder zum gastfreien Arzt. Utterson will glauben.
Dann verschließt sich Jekyll im Labor. Der gemeinsame Freund Dr. Lanyon stirbt an einem Schock, den er schriftlich niederlegt, mit der Verfügung, Utterson dürfe das Papier erst nach Jekylls Tod oder Verschwinden öffnen. Der Diener Poole holt Utterson in das Haus: Hinter der Labortür gehe etwas auf und ab, die Stimme sei nicht die des Herrn, und es verlange nach einer Droge, die die Chemiker so nicht mehr liefern. Die beiden brechen auf. Hyde liegt tot im Sterbekleid des Arztes, noch zuckend von einem Gift. Jekyll ist verschwunden. Utterson öffnet Lanyons Bericht und Jekylls eigene Beichte, die den Fall erst zu einem Fall machen.
Lanyon hat gesehen, wie Hyde das Mittel nahm und zu Jekyll wurde; das hat ihn gebrochen. Jekylls Schrift erklärt den Rest. Der Arzt, ehrgeizig und nach außen tugendhaft, wollte das Böse in sich abspalten, um ungestraft leben zu können. Das Elixier gab ihm Hyde: jünger, kleiner, enthemmt, mit einer Lust an der Grausamkeit, die Jekyll als Erleichterung empfand und als Schande. Zuerst wählte er die Verwandlung; später kam Hyde ohne Mittel. Das Gut im Arzt schrumpfte, die Dosis versagte, der Stoff ließ sich nicht mehr rein herstellen. Jekyll, eingesperrt in der Gestalt Hydes, schreibt die letzte Nacht und tötet sich. Utterson hält die Papiere, London erfährt die Namen, und Stevenson gibt dem Leser die Lösung erst, wenn die Jagd zu Ende ist: keine Überraschung mehr, sondern eine Diagnose.
Einordnung
Stevenson hat die viktorianische Sorge um das doppelte Leben – Klub, Labor, Soho – in eine Figur gepresst, die Chemie und Gewissen ununterscheidbar macht. Der Erzähler ist der Anwalt, nicht der Täter; die Beichte kommt als Nachlass. Das hält die Schaulust auf Distanz und macht aus dem Schauerstück eine Aktenlage. Neben Oscar Wildes Das Bildnis des Dorian Gray und Mary Shelleys Frankenstein steht Hyde als der Doppelgänger, den man nicht malen und nicht zusammennähen muss: Er ist der Mann selbst, nur ohne den Anzug der Achtbarkeit. Die Kürze ist Programm. Wer mehr Psychologie will, muss sie zwischen die Zeilen legen; das Buch liefert den Stoff und die Stimme des Arztes, der sich selbst zum Versuchskaninchen gemacht hat.
Die Bühne und der Film haben Hyde zum Ungeheuer mit Haaren und Buckel gemacht und Jekyll zum reinen Opfer der Wissenschaft. Stevenson schreibt anders: Jekyll genießt Hyde, bis er ihn nicht mehr beherrscht, und die Schuld beginnt vor dem ersten Schluck. Die sprichwörtliche Formel »Jekyll und Hyde« hat den Text verdünnt zu einem Wechsel guter und böser Laune. Wer den Band liest, findet London, die Hintertür, den Anwalt, der nicht verstehen will, und einen Wissenschaftler, dessen Freiheit die Freiheit war, ungestraft zu zertreten. Wer nach Stevenson über die Spaltung des Ich spricht, spricht hinter dieser Beichte; wer sie für eine Gruselgeschichte mit Trank hält, hat Utterson nicht begleitet.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
