Das Unbehagen der Geschlechter

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Das Unbehagen der Geschlechter
Autor(en): Judith Butler
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 1990
Seitenanzahl: 236 Seiten
Originaltitel: Gender Trouble
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 351811722X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518117224
Schlagwörter: Geschlecht, Performanz, Macht, Identität
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Rezensionen
Umschlag

Das Unbehagen der Geschlechter ist die 1990 erschienene Untersuchung von Judith Butler. Geschlecht ist keine innere Wahrheit, die der Körper ausdrückt – es ist Performanz: wiederholte Akte, die den Anschein einer Natur erzeugen, die sie erst herstellen.

Inhalt

Butler liest Simone de Beauvoir, Wittig, Foucault, Lacan und Kristeva gegen den Strich der gängigen Emanzipationslehre. Die Unterscheidung von biologischem und sozialem Geschlecht sollte die Natur entmachten; sie setzt die Natur als stumme Grundlage wieder ein. Was als Körper vor der Kultur gilt, ist schon gedeutet, schon in einer Ordnung, die das Zweigeschlechtliche und das Begehren dazwischen als selbstverständlich ausgibt. Identität ist kein Besitz, sie ist ein Effekt von Wiederholung.

Performanz heißt hier nicht Verkleidung, die man morgens wählt. Sie heißt Zwang und Zitat: Man tut Geschlecht, weil die Norm es verlangt, und die Norm existiert nur, solange sie getan wird. Die Travestie macht die Wiederholung sichtbar, indem sie überzieht – nicht als Beweis, dass alles Spiel sei, als Hinweis, dass das Ernste dieselbe Logik hat. Subversion liegt nicht außerhalb der Macht; sie liegt in der Wiederholung, die scheitert, verschiebt, parodiert.

Der Ton ist dicht, schulmäßig, von der französischen Theorie der achtziger Jahre geprägt und gegen den amerikanischen Identitätsfeminismus geschrieben. Wer eine Anleitung zum Leben sucht, findet eine Analyse der Macht. Wer nur das Wort Performanz behält, macht aus dem Zwang eine Kostümfrage – genau das Missverständnis, gegen das der Text anschreibt.

Einordnung

Kaum ein philosophisches Buch nach 1990 hat Bewegungen, Universitäten und den Streit um Geschlecht so bestimmt. Simone de Beauvoirs Das andere Geschlecht bleibt der Satz vom Werden; Butler radikalisiert ihn, bis auch der Körper nicht mehr als Boden gilt. Michel Foucaults Überwachen und Strafen und die Sexualitätsstudien liefern die Macht, die Subjekte herstellt; Jacques Derridas Grammatologie die Verschiebung, die keine Ursprungsnatur übriglässt. Die Kritik ist scharf: zu sprachlich, zu wenig materielle Gewalt, Schwangerschaft, Armut; zu sehr das Milieu der Theorie, zu wenig das Recht, das Körper trifft. Butler hat später nachgelegt. Das Unbehagen, das der Titel nennt, ist nicht weg.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.