Das Heilige

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Das Heilige
Autor(en): Rudolf Otto
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: C.H. Beck
Serie:
Erscheinungsjahr: 1917
Seitenanzahl: 229 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3406318991
ISBN-13/

EAN-Code:

9783406318993
Schlagwörter: Numinosum, Schauer, Faszination, Ganz anderes
Sachgebiete: Sachbuch, Religionswissenschaft
Rezensionen
Umschlag

Das Heilige. Über das Irrationale in der Idee des Göttlichen und sein Verhältnis zum Rationalen ist das 1917 erschienene Buch von Rudolf Otto. Religion beginnt nicht beim Sittengesetz und nicht beim Begriff – sie beginnt bei einem Schauer, für den Otto ein Wort prägt: das Numinose.

Inhalt

Otto will das Eigentümliche der Religion retten, das die Theologie seiner Zeit in Moral und die Religionswissenschaft in Geschichte aufzulösen drohte. Das Heilige ist mehr als das Gute. Es hat ein irrationales Moment, das sich nicht aus Sittlichkeit ableiten lässt. Dafür setzt er das Kunstwort Numinosum: eine Erfahrung des ganz Anderen, die den Menschen überwältigt. Sie hat zwei Seiten, die zusammengehören. Das mysterium tremendum schreckt – Majestät, Macht, das Gefühl, Geschöpf zu sein, der Schauer vor dem, was nicht zur Welt gehört. Das mysterium fascinans zieht an – Seligkeit, das Verlangen, dabei zu sein, die Anziehung des Ungeheuren. Wer nur die Furcht kennt, kennt die Religion nicht; wer nur die Liebe kennt, auch nicht.

Otto führt durch Texte der Bibel, durch Luther, durch indische Überlieferung, durch den Wortschatz des Heiligen in mehreren Sprachen. Er unterscheidet Stufen der Erfahrung, ohne ein Stufenschema der Völker zu bauen. Das Rationale – Dogma, Sitte, Begriff – kommt hinzu und formt das Numinose, ohne es zu ersetzen. Wo die Aufklärung die Religion in Vernunft übersetzt, bleibt ein Rest, der sich nicht übersetzen lässt. Otto schreibt als Theologe, der die Religionswissenschaft braucht, und als Vergleicher, der das Christentum nicht zur bloßen Variante macht.

Der Ton ist feierlich, umständlich, mit lateinischen und griechischen Einsprengseln, die seither zum Jargon wurden. Das Buch erschien im Krieg; die Erfahrung des Übermächtigen hatte einen historischen Boden, den Otto nicht so benennt. Die Stärke ist die Behauptung, dass Religion einen Gegenstand hat, der nicht Moral ist. Die Schwäche ist dieselbe Behauptung: Sie macht aus einer protestantischen Innenerfahrung das Wesen aller Religion.

Einordnung

Kein Begriff der Religionswissenschaft des 20. Jahrhunderts ist so wanderfähig gewesen wie das Numinose. Mircea Eliade hat in Das Heilige und das Profane die Unterscheidung räumlich und zeitlich ausgebaut; William James hatte in der Vielfalt religiöser Erfahrung die Innenseite schon beschrieben, ohne Ottos Wort. Die Kritik nennt das Heilige zu protestantisch, zu innerlich, zu wenig sozial. Geblieben ist der Einspruch gegen jede Theorie, die Religion nur als Moral, Angstbewältigung oder Herrschaft liest. Wer nach 1917 vom Heiligen spricht, als wäre es das Gute mit Weihrauch, spricht gegen Otto.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.