Autor:Moses Mendelssohn
Moses Mendelssohn (1729–1786), in Dessau geboren und in Berlin gestorben, hat der jüdischen Aufklärung, der Haskala, die öffentliche Sprache gegeben. Die Briefe über die Empfindungen von 1755 werten das ästhetische Urteil auf; Jerusalem oder über religiöse Macht und Judentum von 1783 trennt den Staat vom Gewissenszwang, ohne das Gesetz Israels preiszugeben.
Leben
Sohn eines Tora-Schreibers, Talmud bei David Fränkel, mit vierzehn zu Fuß nach Berlin, Armut, Selbststudium von Locke, Leibniz und Wolff. Der Umweg ist die Seidenfabrik: Hauslehrer, Buchhalter, Teilhaber bei Isaak Bernhard, während Lessing den unbekannten Juden in die deutsche Kritik zog. Phädon machte ihn zum Berliner Sokrates; Lavaters öffentliche Aufforderung, Christ zu werden oder das Christentum zu widerlegen, trieb ihn an den Rand des Zusammenbruchs. Die Preußische Akademie wollte ihn aufnehmen, Friedrich II. verhinderte es. Er starb in Berlin, gläubiger Jude geblieben; mehrere seiner Kinder ließen sich später taufen.
Wirkung
Mendelssohn hat das Vergnügen an schönen Gegenständen von der Sittenlehre gelöst und der Schaubühne ein eigenes Recht gegeben: was sittlich verwerflich bleibt, kann theatralisch tauglich sein. In Jerusalem gilt dasselbe Verfahren dem Glauben. Der Staat ordnet Handlungen, die Religion trifft Geist und Herz; weder Rabbinat noch Kirche dürfen Überzeugung erzwingen. Das Judentum erscheint als geoffenbarte Gesetzgebung, nicht als Dogmatik, die man für wahr halten muss. Immanuel Kant nannte das Buch unwiderleglich. Die Freundschaft mit Gotthold Ephraim Lessing und der Nathan der Weise haben daraus die Losung der Toleranz gemacht.
Die Nachwelt hat ihn zum Apostel der Emanzipation geglättet. Das unterschlägt die Härte: Er hält am Zeremonialgesetz fest und verweigert dem Staat das Glaubensgericht. Aufgeklärte Juden stießen sich an der Halacha, die Orthodoxie an der Absage an religiöse Zwangsgewalt. Die bürgerliche Gleichstellung, die er dachte, kam später und unter anderen Bedingungen; die Taufe der Kinder zeigt, wie brüchig der Weg war. Wer Mendelssohn nur als Vorläufer Kants liest, verfehlt den Berliner Ton, der überzeugen will, ohne zu zwingen. Wer nur den Judenfreund Lessings feiert, unterschlägt, dass Jerusalem das Judentum nicht zur Vorstufe des Christentums macht.
Werke
In Auswahl außerdem: Phädon oder über die Unsterblichkeit der Seele, Morgenstunden.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.